Streit um UBS-Kapital: Die SNB bezeichnet die Forderungen des Bundesrates als «zielgerichtet und verhältnismässig»Die Nationalbank kommt dem Bundesrat zur Hilfe. Beim Streit um die Kapitalisierung der UBS fordert sie, dass ausländische Töchter künftig vollständig mit hartem Eigenkapital zu unterlegen sind. Dasselbe hatte vergangene Woche auch der Internationale Währungsfonds postuliert.02.07.2026, 07.25 Uhr2 LeseminutenOhne stabiles Finanzsystem lässt sich Geldpolitik schwer umsetzen. Die SNB muss daher für ein widerstandsfähiges Bankensystem sorgen.REUTERSDas Ringen um schärfere Eigenkapitalvorschriften für die UBS wird oft als Zweikampf dargestellt: Auf der einen Seite die Finanzministerin und Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die im Interesse der Steuerzahler auf ein dickeres Kapitalpolster drängt. Auf der anderen Seite die UBS, die betont, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der einzig verbliebenen Schweizer Grossbank dürfe nicht mit übertrieben scharfer Regulierung aufs Spiel gesetzt werden.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Forderung nach stärkerer KapitalunterlegungBei diesem vermeintlichen Duell geht jedoch oft die Schweizerische Nationalbank (SNB) vergessen. Diese muss von Gesetzes wegen nicht nur für Preisstabilität sorgen, sondern auch zur Stabilität des Finanzsystems beitragen, quasi aus einer übergeordneten Perspektive. Sie hat daher bei der Neuregulierung des Bankenplatzes ein gewichtiges Wort mitzureden. Dass die SNB dabei ganz klar die Argumente des Bundesrates teilt, macht ihr jüngster Finanzstabilitätsbericht deutlich.Konkret zeigt sich das bei der umstrittenen Frage, ob das Stammhaus der UBS seine ausländischen Tochtergesellschaften auch weiterhin nur teilweise mit Eigenmitteln kapitalisieren muss. Hier unterstützt die SNB die Empfehlung des Bundesrates, wonach solche Beteiligungen künftig vollständig mit hartem Eigenkapital (CET-1) unterlegt werden müssen. Dieser Ansatz sei die beste Lösung, um eine robuste Kapitalisierung des Stammhauses sicherzustellen, betont die SNB.Die SNB schreibt in ihrem Finanzstabilitätsbericht, die vom Bundesrat vorgeschlagene vollständige Kapitalunterlegung sei «zielgerichtet und verhältnismässig». Die heute unvollständige Kapitalunterlegung mache das Stammhaus anfällig für Verluste auf ausländischen Beteiligungen und schränke im Krisenfall die Möglichkeit ein, sich beispielsweise durch den Rückzug aus ausländischen Geschäftstätigkeiten zu stabilisieren.Lehren der CS-KriseSNB-Vizepräsident Antoine Martin, der als Leiter des II. Departements für Fragen der Finanzstabilität zuständig ist, erklärt, eine vollständige Unterlegung ausländischer Beteiligungen mit hartem Kernkapital sei deshalb wichtig, weil sie eine Schwachstelle in der Regulierung adressiere. Dies habe sich während der Krise der Credit Suisse gezeigt. Damals war es der CS de facto unmöglich, Töchter abzustossen, da dies die harte Kernkapitalquote der Bank weiter nach unten gerissen hätte.Einen ähnlichen Sukkurs hatte der Bundesrat vergangene Woche auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten. Im Rahmen des Länderexamens des IWF zur Schweiz hatte sich die Washingtoner Organisation hinter die Vorschläge der Landesregierung zur Stärkung des «Too big to fail»-Regelwerkes gestellt. Sie lobte die Entschlossenheit der Behörden und machte sich ebenfalls stark für eine vollständige Kapitalisierung ausländischer Töchter mit CET-1.Zur Profitabilität im Schweizer Bankensektor schreibt die SNB, diese habe sich 2025 insgesamt verbessert. Dank der vorhandenen Kapital- und Liquiditätspuffer seien die Banken widerstandsfähig und verfügten über hohe Kapazitäten zur Kreditvergabe. Zwischen einzelnen Banken und verschiedenen Bankkategorien gebe es jedoch grosse Unterschiede. Vor dem Hintergrund gesunkener Zinssätze sei etwa die Profitabilität inlandorientierter Banken im Jahr 2025 geringfügig zurückgegangen.Mehr folgtPassend zum Artikel