„Wie ein Komet, der zweimal einschlägt“ – so singen die musikalisch unterschiedlichen, optisch nicht unähnlichen Interpreten Udo Lindenberg und Apache 207 in ihrem sehr erfolgreichen Lied aus dem Jahr 2023 mit ebendiesem Titel, Komet. Wissenschaftlich betrachtet galt der zweifache Einschlag bislang zwar als nicht plausibel, aber es ging ja um die Kunst, und darum, dass sie gehen, wie sie gekommen sind, mit einem Knall.Womöglich ist diese Auffassung nun aber zu überdenken – was sonst soll, was sonst kann die Erklärung sein für diesen eigentlich unerklärlichen astronomischen Sonderfall aus Oberfranken?Die Sache ist so: 2020 stieß ein Mann beim Abtragen einer Mauer im Erdreich seines Grundstücks in Reitzenstein, einem kleinen Ortsteil des nur geringfügig größeren Issigau, auf einen Gesteinsbrocken. Rostbraun war der, 60 Zentimeter lang, 35 breit, 21 dick, 136,4 Kilogramm schwer – der größte dokumentierte Meteorit auf oder aus deutschem Boden, wie Untersuchungen ergeben sollten. All das lässt sich nachlesen in der „Sonderausgabe – Meteorit Issigau-Reitzenstein“ des bayerischen Landesamts für Umwelt, Stand Mai 2025.SZ Bayern auf Whatsapp:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnierenVon Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.Die Sache ist aber auch: Bereits in den 1980er-Jahren stieß ein Mann beim Pflügen eines Feldes im Erdreich eines Guts in Gumpertsreuth, einem kleinen Ortsteil des nur geringfügig größeren Gattendorf, auf einen Gesteinsbrocken. Rostbraun war der, zwar nicht vermessen, aber wohl 60 Zentimeter lang, 35 breit, 21 dick, 136,4 Kilogramm schwer – und der vielleicht größte nicht dokumentierte Meteorit auf oder aus deutschem Boden. All das lässt sich ebenfalls nachlesen, in der Frankenpost, Stand 27. Juni 2026.Hatten die Musiker also recht? Gab es den zweifachen Einschlag, wenn auch nicht jenen des Kometen, sondern den des Meteoriten? Und wieso war davon nichts zu hören, so zwischen den Achtzigern und 2020? Waren Außerirdische am Werk?Die Antwort ist mutmaßlich weniger spektakulär, wenngleich noch nicht endgültig gegeben, und war ebenfalls nachzulesen in der Frankenpost, die kürzlich aus dem Landgericht in Hof berichtete, wo beide Versionen und ihre Erzähler bei einem Gütetermin aufeinandertrafen: die Gutsbesitzerin – und der von ihr verklagte Mann aus Reitzenstein.Die gute Nachricht: Ein dritter Einschlag steht vorerst nicht zu erwartenDie Frau reklamiert den Meteoriten für sich, weil er – zunächst unter der Erde, dann als Deko – auf ihrem Grund gelegen und ihn ein früherer Verwalter bei seinem Umzug einfach mit nach Reitzenstein genommen habe. Auf jenes Grundstück, auf dem inzwischen der beklagte Mann lebt, der offenbar buddelte, fand, sich nun ebenfalls für den Besitzer hält und das bislang offiziell auch ist.Beide können sich demnach vorstellen, den Meteoriten dem Freistaat Bayern zu übermachen, damit er Öffentlichkeit und Wissenschaft erhalten bleibt. Nicht aber, ohne zuvor die Eigentumsfrage geklärt zu haben. Eine Einigung kam bei dem Gütetermin vor Gericht nicht zustande, im November soll die Hauptverhandlung für klare Verhältnisse sorgen. Bis dahin liegt der Meteorit in Bamberg in einem Tresor, was nur zu begrüßen ist, dort dürfte eher niemand graben. Ein dritter Einschlag steht daher vorerst nicht zu erwarten.
Rechtsstreit um Meteorit: Rekordfund in Reitzenstein – oder doch in Gumpertsreuth?
Das Landgericht Hof muss sich mit ungewöhnlichen Fragen beschäftigen: Wo wurde Deutschlands größter Meteorit gefunden? Und wem gehört er?









