Erneut Verwirrung in der Bundesregierung: Außenminister und Kanzleramt betonen, dass Deutschland weiter für einen Einsatz zur Minenräumung bereitsteht. Beim Verteidigungsminister klang das zunächst anders – nun schickt er eine Klarstellung hinterher.

01.07.2026, 19.54 Uhr

Verteidigungsminister Pistorius (r.): »Im Augenblick gibt es kein Szenario dafür, das ich in den nächsten Tagen oder Wochen sehe«

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat mit Äußerungen zu einer möglichen Beteiligung der Bundeswehr an einer internationalen Mission zur Sicherung der Straße von Hormus Irritationen in der Bundesregierung ausgelöst. Außenminister Johann Wadephul (CDU) betonte bei einem Besuch in Argentinien, Deutschlands Bereitschaft zu einer Beteiligung an einem solchen Einsatz »besteht weiterhin«. Bei einer Pressekonferenz mit seinem Kollegen Pablo Quirno in Buenos Aires sagte er, man sei allerdings davon abhängig, dass insbesondere die USA in Gesprächen mit Iran die Voraussetzungen klären würden.

Aus dem Kanzleramt hieß es auf Anfrage des SPIEGEL, ein Abzug des Minenjagdbootes »Fulda« und des Tenders »Mosel«, die derzeit in Dschibuti liegen, sei derzeit nicht geplant. Sie stünden »weiterhin für einen Einsatz bereit, wenn die Voraussetzungen gegeben sind«. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat dafür ein internationales Mandat, einen Kabinettsbeschluss und die notwendige Zustimmung des Bundestags zu einem Einsatz genannt.