Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat klargestellt, dass er nicht mehr mit einem Einsatz der Deutschen Marine zur Räumung von Minen in der Straße von Hormus rechnet. Bei einer Pressekonferenz mit Kanzler Friedrich Merz und Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Berlin sagte Pistorius, er sehe in den nächsten Tagen oder Wochen kein Szenario, »dass wir schnell in die Straße von Hormus einfahren können, um Minen räumen zu können«.

Der Minister verwies darauf, dass das iranische Regime Plänen eine »klare Absage erteilt« habe, wonach europäische Staaten diese Aufgabe übernehmen könnten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach Beratungen mit dem Sultan von Oman Anfang der Woche eine entsprechende Mission in Aussicht gestellt. Iran wies dies als »Provokation« zurück.Lieber 40 Grad in Berlin als 50 Grad in DschibutiEine internationale Mission unter Beteiligung der Bundeswehr sei angesichts der Lage »überhaupt nicht in Sicht«, sagte Pistorius. Das Minenjagdboot Fulda und der Tender Mosel der Bundeswehr, die derzeit zu Wartungsarbeiten im Hafen von Dschibuti liegen, werde man »nicht bis zum Herbst dort liegen lassen«. Die Soldatinnen und Soldaten sollten den Sommer eher bei 40 Grad in Berlin verbringen, denn bei 50 Grad in Dschibuti, so der Minister.