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Private Equity: Bund genehmigt Übernahme der Softwarefirma PSI PSI entwickelt Software für die Energiebranche. Der Deal hatte Sicherheitspolitiker in Berlin aufgeschreckt. Doch nach der Freigabe könnte es nun schnell gehen.
Jakob Blume 01.07.2026 - 17:00 Uhr Artikel anhörenZentrale von PSI in Berlin: Die Transaktion hatte Sicherheitspolitiker aufgeschreckt. Foto: picture alliance / SchoeningDie Übernahme im Rahmen einer sogenannten Public-to-Private-Transaktion, bei der PSI durch den Finanzinvestor von der Börse genommen werden soll, werde in den kommenden zehn Tagen abgewickelt, heißt es in der Stellungnahme weiter.Warburg Pincus hatte im Oktober 2025 angekündigt, PSI übernehmen zu wollen. Der Finanzinvestor bietet den Aktionären 45 Euro pro Aktie und hat sich inzwischen 82 Prozent der Anteile gesichert. Derzeit ist das Unternehmen an der Börse rund 720 Millionen Euro wert.PSI gilt als „SAP der Energiebranche“: Das Unternehmen ist europäischer Marktführer bei Netzleitsystemen für Strom, Gas, Wärme, Öl und Wasser. Rund 90 Prozent aller großen und mittleren Strom- und Gasnetzbetreiber in Deutschland nutzen Branchenangaben zufolge PSI-Software.Als Software-Entwickler für kritische Infrastruktur hatte die Übernahme durch einen Investor eine vertiefte Investitionsprüfung durch das Bundeswirtschaftsministerium nach sich gezogen. Die Überprüfung erfolgte nach der Außenwirtschaftsverordnung (AWV).Bei dem Verfahren wird kontrolliert, ob die Beteiligung eines ausländischen Investors an einem deutschen Unternehmen die Sicherheit oder öffentliche Ordnung Deutschlands gefährden könnte.Testfall für Übernahmen im Sektor kritische InfrastrukturPSI galt als Testfall für die Frage, ob die Bundesregierung Übernahmen von deutschen Unternehmen im Bereich kritische Infrastruktur durch Investoren aus den USA angesichts des angespannten transatlantischen Verhältnisses kritischer sieht oder gar verhindert.Im April hatte das Handelsblatt berichtet, dass Sicherheitspolitiker und Verfassungsschützer Bedenken gegen die Transaktion äußerten. Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU), war überzeugt: Die angestrebte Übernahme von PSI „kann als strategisches Risiko angesehen werden“.Kritische Infrastruktur „Strategisches Risiko“ – Politiker warnen vor US-Einstieg bei Berliner Software-Spezialisten Der Verfassungsschutz warnte zudem in einem Hinweis, der Einstieg eines ausländischen Investors in ein einzelnes Unternehmen der kritischen Infrastruktur möge auf den ersten Blick unproblematisch erscheinen.Eine Häufung derartiger Investments könnte jedoch „mittel- bis langfristig allerdings nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden sowie die strategischen Handlungsoptionen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik schmälern“.Warburg Pincus hat diese Bedenken nun offenbar ausgeräumt – zumindest gegenüber dem Wirtschaftsministerium. Üblich bei einem Einstieg eines Finanzinvestors bei einem Unternehmen der kritischen Infrastruktur sind klare Regeln, welche sensiblen Informationen von der Portfoliofirma an die Private-Equity-Gesellschaft weitergegeben werden dürfen – und insbesondere welche Informationen auch die Investoren des Private-Equity-Fonds, die sogenannten Limited Partner, erhalten. Verwandte Themen BerlinDeutschlandSAPAirbusDeutsche TelekomBei der Genehmigung dürfte auch geholfen haben, dass Warburg Pincus mit René Obermann einen der profiliertesten Manager in Deutschland als Chairman des Europageschäfts beschäftigt. Der frühere Telekom-Chef ist Aufsichtsratschef bei Airbus und zudem designierter Aufsichtsratschef bei SAP – und steht daher nicht im Verdacht, gegen die Sicherheitsinteressen Deutschlands zu handeln.Es dürfte auch nicht das letzte Engagement von Warburg Pincus in sensiblen Bereichen der deutschen Wirtschaft bleiben: Der US-Finanzinvestor hat kürzlich zusammen mit dem Vermögensverwalter der Munich Re, Meag, angekündigt, ein Anlagevehikel für Investitionen in Europas Rüstungsbranche aufzulegen. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt






