Leere Büros : Investoren bekommen Fördergeld für den Umbau zu Wohnungen01.07.2026, 17:33Lesezeit: 2 Min.Manches Kaufhaus steht leer, Bürotürme werden seltener genutzt. Lassen sich solche Gebäude zu Wohnungen umrüsten? Die Bundesbauministerin gibt Geld dazu.Bauherren können vom 1. Juli an bis zu 30.000 Euro Fördergeld für eine neue Wohneinheit in einer bislang leer stehenden Gewerbeimmobilie beantragen. „Wir stellen 300 Millionen Euro bereit, um ungenutzten Büro- und Gewerbeimmobilien eine zweite Chance zu geben“, sagte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) in Berlin. Die Förderung fließt als Zuschuss, der Deckel liegt bei 300.000 Euro je Investor.Hubertz hatte das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ schon im April angekündigt, nun ist es startklar. Es geht um leere Läden und Büros oder auch die alte Dorfgrundschule, wie Hubertz sagte. „Das sind Gebäude, die einmal voller Leben waren und nun stillstehen, während so viele Menschen nach Wohnraum suchen.“ Mehr als zwölf Millionen Quadratmeter Büroflächen stünden leer. Würden sie genutzt, spare dies Ressourcen und bringe neues Leben in die Zentren.Hubertz informierte sich in Berlin über den Umbau eines Gebäudes im Zentrum, in dem einmal der Berliner Rundfunk untergebracht war und das lange leer stand. Künftig würden hier Menschen zu bezahlbaren Preisen leben können, meinte die SPD-Politikerin.Fachleute schätzen, dass in leer stehenden Büros Tausende Wohnungen in Metropolen entstehen könnten. Nach früheren Berechnungen des Immobilienspezialisten Jones Lang Lasalle (JLL) bieten allein ungenutzte Büroflächen das Potential für rund 11.000 Wohnungen in den sieben größten Städten. Das Ifo-Institut ging 2024 sogar von bis zu 60.000 möglichen Wohnungen in diesen Großstädten aus. Doch es gibt viele Hürden.Laut dem Ifo-Institut rechnet sich der Umbau oft nicht, denn teils müssen die für ganz andere Zwecke entworfenen Flächen sehr aufwendig und teuer umgebaut werden. Dazu kommt, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Zudem sind Bürogebäude nicht immer auch attraktive Wohnorte, etwa wenn die Anbindung an Schulen, Nahverkehr, Kindergärten, Geschäfte oder Parks fehlt.