Es regnete ausgiebig, als am Mittwochmorgen die Gäste des 4. Wasserkongresses ins Dresdner Hygienemuseum strömten. Natur und Mensch atmete auf nach tagelanger Hitze. Der Wettergott wollte wohl den Wert von Wasser nochmal unterstreichen?

Denn wie dringend es gebraucht wird, erklärte Dr. Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der SachsenEnergie gleich zu Beginn der Veranstaltung: „Wir hatten letztes Wochenende einen absoluten Wasserrekord in Dresden. Wir haben am Samstag und Sonntag je 174.000 Kubikmeter abgesetzt. „Das ist der höchste Wert in 30 Jahren Aufzeichung. Ein Viertel davon brauchte die Chip-Industrie. Aber auch die Haushalte und Gärten – jeder wollte Wasser haben“, so Brinkmann. Die bisherige Höchstmarke lag bei 153.000 Kubikmetern.

Dresdens vier Wasserwerke liefen dafür auf Hochtouren. Doch das reicht bald nicht mehr. Ostdeutschlands größter Energieversorger stellte erst kürzlich seine Pläne für ein 300 Mio. Euro teures Flusswasserkraftwerk vor, das Elbwasser für die Halbleiterindustrie liefern soll, „so dass es keine Kannibalisierung zwischen Bevölkerung und Industrie gibt“, so Brinkmann. Der weitere Ausbau der Chip-Industrie mit Infineon und ESMC wird den Wasserhunger weiter nach oben treiben. „Wir werden also perspektivisch auch die 200.000 Kubikmeter-Marke reißen. Das wäre dann doppelt so viel wie Dresden in früheren Jahren im Schnitt immer an Wasser gebraucht hat“, so Brinkmann weiter zur OAZ.