Zum Beginn des Koalitionsausschusses an diesem Mittwoch erhöhen SPD-Politiker den Druck auf die Union, sich bei der Steuerreform zu bewegen.„Friedrich Merz steht am Elfmeterpunkt und sollte den Elfmeter nicht verschießen“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Alexander Schweitzer dem Tagesspiegel, „denn es geht darum, ob Deutschland weiterkommt“.Es sei nötig, „Arbeitnehmer und kleine Selbstständige endlich zu entlasten und dies alles dabei seriös zu finanzieren“. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) habe dazu „kluge Vorschläge vorgelegt“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Rheinland-Pfalz: „Es ist jetzt an der Union, sich zu bewegen.“Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Heiko Geue (SPD) sagte dem Tagesspiegel, Klingbeil habe „zwei überzeugende Modelle für eine Einkommensteuerreform vorgelegt“. Bei dem größeren Modell könnten Bezieher geringer und mittlerer Einkommen mit einer Entlastung von bis zu 1000 Euro im Jahr rechnen, sagte Geue: „Das würde das Leben von Millionen Menschen erleichtern. Das kleinere Modell sieht immerhin für die meisten Steuerzahler eine Entlastung von 400 bis 500 Euro im Jahr vor.“Wenn die CDU/CSU wirklich eine echte Entlastung breiter Teile der Steuerzahler will, muss sie sich jetzt einen Ruck gebenHeiko Geue, SPD, Finanzminister von Mecklenburg-VorpommernIm Gegenzug sei es „völlig richtig, Spitzenverdiener und Erben stärker zu belasten“, sagte SPD-Politiker Geue: „Wenn die CDU/CSU wirklich eine echte Entlastung breiter Teile der Steuerzahler will, muss sie sich jetzt einen Ruck geben. Zu lange hören wir von der Union nur, was alles nicht geht.“ Das Land brauche jetzt eine „kluge und wegweisende Steuerreform“.Geue, ein Vertrauter von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), erteilte einer höheren Mehrwertsteuer eine eindeutige Absage. „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer lehne ich klar ab. Die Inflation ist zu hoch, viele Menschen wissen nicht, wie sie über die Runden kommen sollen, und spüren die Teuerung bei jedem Einkauf im Supermarkt“, sagte der dem Tagesspiegel: Eine höhere Mehrwertsteuer würde es „weiter erschweren, den Lebensstandard zu halten – und würde dem zarten Pflänzlein Aufschwung erheblich schaden“.