Die derzeit geltenden staatlichen Empfehlungen für körperliche Aktivität und Eiweißzufuhr sind einer Analyse der Cambridge-Universität zu niedrig angesetzt. Der Grund: Sie orientieren sich zu stark am Vermeiden von Mangelerscheinungen statt am langfristigen Erhalt von Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt Chris Macdonald, Fellow am Lucy Cavendish College der Universität Cambridge und Direktor des Better Protein Institute. Seine Thesen sind am 17. Juni 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Nutrition erschienen.
„Öffentliche Gesundheitsempfehlungen konzentrieren sich häufig auf das Minimum, das Menschen benötigen, um Probleme zu vermeiden“, so Macdonald. Viele Menschen wollten jedoch wissen, was sie tun sollten, um ein Leben lang kräftig, unabhängig und geistig wach zu bleiben.
Bewegung: mehr ist mehr
Macdonald verweist auf Datenauswertungen der UK Biobank mit mehr als 70.000 Erwachsenen. Demnach senkt bereits körperliche Aktivität von rund 15 Minuten pro Tag die Gesamtsterblichkeit. Wer aerobes Training – etwa Gehen, Laufen oder Radfahren – mit Krafttraining kombiniert, kann laut den zitierten Studien das Sterberisiko um rund 40 Prozent verringern.
Besonders deutlich sind die Unterschiede zwischen den Extremen: Eine geringe Muskelkraft geht demnach mit einem etwa dreifach erhöhten Sterberisiko einher, eine sehr niedrige kardiorespiratorische Fitness – also die Leistungsfähigkeit von Herz, Kreislauf und Lunge – sogar mit einem rund fünffach erhöhten Risiko im Vergleich zu sehr fitten Personen. Zum Vergleich: Rauchen erhöht das Sterberisiko um etwa 50 Prozent.






