PfadnavigationHomePolitikAuslandGeldmangel bei UNRWAGuterres kritisiert „Desinformationskampagne“ und fordert 100 Millionen Dollar für PalästinenserStand: 03:44 UhrLesedauer: 2 MinutenUN-Generalsekretär António GuterresQuelle: Getty Images Getty Images for Bloomberg Philanthropies/Nicky J SimsDas Finanzierungsdefizit verhindere, dass die Organisation ihren Verpflichtungen nachkommen könne, sagte Guterres bei einer Geberkonferenz. Er sei entsetzt über die anhaltenden Bemühungen, die UNRWA „an den Rand zu drängen und zu untergraben“.UN-Generalsekretär António Guterres fordert die Mitgliedstaaten auf, eine 100 Millionen US-Dollar große Finanzierungslücke des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) zu schließen. Trotz schmerzhafter Sparmaßnahmen verhindere das Defizit, dass die Organisation ihren aktuellen Verpflichtungen nachkommen könne, sagte er in New York bei einer Geberkonferenz für UNRWA. „Ohne dringende politische und finanzielle Unterstützung der Mitgliedstaaten können sie so nicht weitermachen.“Die Vereinten Nationen hatten das Hilfswerk im Jahr 1949 gegründet, um rund 700.000 palästinensischen Flüchtlingen zu helfen. Anspruch auf dessen Dienste haben Palästinenser, die während der Kriege 1948 und 1967 flüchteten oder vertrieben wurden, sowie ihre Nachkommen. Mittlerweile sind das nach UNRWA-Angaben rund 5,9 Millionen Menschen – und die Zahl steigt stetig weiter. Das Hilfswerk ist unter anderem auch in Jordanien und im Libanon tätig.Der Organisation wird vorgeworfen, dass einige ihrer Beschäftigten an den Hamas-Terrorakten vom 7. Oktober 2023 in Israel beteiligt gewesen seien. Nach israelischen Angaben waren mindestens zwölf der rund 13.000 UNRWA-Mitarbeiter im Gazastreifen in den islamistisch motivierten Terrorangriff verwickelt. Beobachter merken regelmäßig an, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Eine Untersuchungskommission unter der Leitung der ehemaligen französischen Außenministerin Catherine Colonna war 2024 zu dem Schluss gekommen, dass beim UNRWA „neutralitätsbezogene Probleme fortbestehen“.Lesen Sie auchWeitere finanzielle Kürzungen bei dem Hilfswerk könnte die Lage „jenseits des Kipppunktes“ bringen, mahnte Guterres. Wegen unzureichender finanzieller Mittel musste das UNRWA seine Arbeit seit Jahresbeginn bereits zurückfahren. Das Hilfswerk sei mit einem Liquiditätsengpass konfrontiert, der die Arbeit in der gesamten Region gefährde.Guterres zufolge wird die Lage für die Organisation zunehmend prekär. „Ich bin entsetzt über die anhaltenden Bemühungen, die UNRWA an den Rand zu drängen und zu untergraben – durch Desinformation, Verleumdungskampagnen, gesetzgeberische Maßnahmen, operative Einschränkungen, diplomatische Blockaden und vieles mehr“, sagte der Portugiese. Diese Maßnahmen gefährdeten das Wohlergehen von Millionen Palästinensern.Lesen Sie auchIm Jahr 2025 erhielt die UNRWA laut eigenen Angaben rund 887 Millionen US-Dollar an Zusagen und 829 Millionen US-Dollar an Beiträgen, was aber nur 27 Prozent des gesamten Finanzierungsbedarfs von 3,3 Milliarden US-Dollar (2,9 Mrd. Euro) ausgemacht habe. Lesen Sie auchDie USA als wichtigster Geldgeber hatten ihre Unterstützung Anfang 2025 eingestellt. Deutschland hatte zuletzt einer Mandatsverlängerung für das Palästinenserhilfswerk im November 2025 erstmalig nicht zugestimmt.Im Februar sprach sich der CDU-Parteitag gegen weitere humanitäre Hilfe über das UN-Palästinenserhilfswerk aus. Demnach sollten Zahlungen für die Palästinensergebiete sowie für palästinensische Flüchtlinge künftig über das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sowie andere UN-Organisationen und weitere staatliche und private Programme abgewickelt werden.dpa/afp/saha
UNRWA: Guterres kritisiert „Desinformation“ und fordert 100 Millionen Dollar für Palästinenser - WELT
Das Finanzierungsdefizit verhindere, dass die Organisation ihren Verpflichtungen nachkommen könne, sagte Guterres bei einer Geberkonferenz. Er sei entsetzt über die anhaltenden Bemühungen, die UNRWA „an den Rand zu drängen und zu untergraben“.












