PfadnavigationHomeSportFußballWMTahs zurückgenommenes Tor„Keine Überraschung“ – So verteidigt der Schiri-Chef die Entscheidung gegen DeutschlandStand: 02:12 UhrLesedauer: 2 MinutenIn der Nachspielzeit trifft Jonathan Tah per Kopf zur 2:1-Führung gegen Paraguay. Doch dann meldet sich der VAR, der Treffer wird überprüft und aberkannt. Die umstrittene Szene im Video.Das aberkannte Tor von Jonathan Tah war die Aufreger-Szene beim WM-Aus des DFB-Teams. Nun meldet sich Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina – und erklärt aus seiner Sicht, warum die Entscheidung von Schiedsrichter und VAR richtig war.Die viel diskutierte Entscheidung, ein vermeintliches Tor von Jonathan Tah im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht zu geben, war laut Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina korrekt. In einem Beitrag des Weltverbands schrieb der Italiener grundsätzlich über Situationen wie die in der Verlängerung des am Ende von Deutschland verlorenen K.-o.-Spiels. „Trainer und Spieler wurden darüber informiert. Daher sollte es keine Überraschung sein, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden“, sagte Collina.Tah hatte Deutschland nach einer Ecke scheinbar zur 2:1-Führung geköpft. Doch dann griff der Videoschiedsrichter wegen eines Stoßes von Waldemar Anton gegen Paraguays Torwarts Orlando Gill ein. Nachdem der Unparteiische Jalal Jayed aus Marokko einen Hinweis aufs Ohr bekommen und sich die Aktion noch einmal angesehen hatte, entschied er zügig auf Foulspiel.Collina nannte Anton in seinen Ausführungen nicht beim Namen, sein Beitrag endete aber mit einem großen Foto von genau dieser strittigen Szene. Der Körperkontakt des DFB-Verteidigers mit Gill wird dabei grafisch hervorgehoben.Collina beschreibt Szene grundsätzlichDen Schiedsrichtern sei empfohlen worden, besonderes Augenmerk auf bestimmte Situationen zu legen, die „im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können“, schrieb Collina. „Ein Beispiel hierfür ist, wenn angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern.“Zwar stelle das bloße Einnehmen oder Halten einer Position für sich genommen kein Foul dar. „Wenn ein angreifender Spieler jedoch kein Interesse am Ball hat und sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und – falls erforderlich – auch der VAR die Situation sorgfältig analysieren und eingreifen“, sagte Collina. „Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torhüter daran zu hindern, das Tor wirksam zu verteidigen.“Die Entscheidung war in Deutschland deutlich kritisiert worden. „Für mich ist das keine klare Fehlentscheidung vom Schiedsrichter“, sagte der als MagentaTV-Experte arbeitende Schiedsrichter Patrick Ittrich. Ähnlich sah es ZDF-Experte Thorsten Kinhöfer: „Wir haben bei der WM schon ganz andere Situationen erlebt und der Torwart steht sofort wieder auf. Das ist ein normaler Kontakt, das ist nie und nimmer ein Foul. Mir fehlen die Worte.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach von einem „Vollskandal“.Lesen Sie auchEine andere Meinung äußerte der frühere englische Schiedsrichter Mark Clattenburg. „Das ist ein klares Foul für mich“, sagte er beim US-Sender Fox Sports.dpa/luwi