Atlanta (dpa) - Thomas Tuchel sieht Elfmeterschießen als wichtigen Teil des Fußballs und lässt die englische Nationalmannschaft nach einem wissenschaftlichen Programm trainieren. „Es ist schwer, den Druck zu simulieren“, sagte der Schwabe. „Wir machen, was wir können. Es geht um Entscheidungsfindung, um Entschlossenheit, um Wiederholungen. Der Verband hat ein Programm dafür, dem wir bis ins Detail folgen.“Vor mittlerweile acht Jahren legte der Verband FA ein Programm auf, um die Leistungen englischer Nationalmannschaften zu verbessern. Dafür zog man Experten zurate und entwickelte spezielle Trainingsübungen. Daraus entstehen fest Abläufe für den Ernstfall bis hin zur richtigen Atemtechnik. Seit 2018 hat England drei seiner vier Elfmeterschießen gewonnen, verlor nur das EM-Finale 2021.Schützen stehen vorher festVor dem heutigen Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV), ist auch der Ernstfall Elfmeterschießen schon vorbereitet. „Wir fragen die Spieler nicht, wir kennen die Schützen“, sagte Tuchel im Stadion von Atlanta. Man lege nur die Reihenfolge fest, denn man könne nicht Vorausplanen, wer letztlich noch auf dem Platz und wer ausgewechselt sei. Einen Psychologen speziell für Elfmeterschießen hat Tuchel bisher nicht eingebunden.Das macht Kongo gefährlichEngland geht als großer Favorit in das Spiel. „Wir erwarten von uns, weiterzukommen als das Sechzehntelfinale“, betonte Tuchel. Die DR Kongo sei in einer anderen Situation: „Sie haben ihre Ziele bereits übererfüllt. Das macht etwas mit einer Mannschaft, sie entwickelt einen echten Glauben in sich.“ Kongo hatte in der Gruppenphase zunächst sein erstes WM-Tor erzielt und zum Abschluss den ersten Sieg geholt.Personell muss sich Tuchel weiter einschränken. Die Verteidiger Reece James und Jarell Quansah stehen nicht zur Verfügung. „Sie sind nah dran, sind aber nicht verfügbar. Dafür müssen wir eine Runde weiterkommen“, sagte der 52-Jährige.© dpa-infocom, dpa:260630-930-312900/1