Immerhin: Der Mannschaftsbus mit der Aufschrift „Germany“ war am Ort der Schmach bestens bewacht. Während drinnen im Boston Stadium bereits die Rasenmäher neben den abgebauten Toren bei Flutlicht über das Grün tuckerten, brachten sich draußen in der Dunkelheit die amerikanischen Polizisten in Stellung. Wenigstens eine geordnete Abreise aus Foxborough sollte es für den Verlierer geben, wo doch ansonsten gerade im deutschen Fußball erneut so vieles in Unordnung geraten war.Die dritte Blamage hintereinander bei einer Weltmeisterschaft sendet Schockwellen durchs Land. Der Abschwung macht seit einem Jahrzehnt eben auch um den Volkssport Nummer eins keinen Bogen mehr. Seit dem WM-Triumph 2014 ist fast alles vom Wert und leider auch viel von den Werten verloren gegangen, die diese Nationalmannschaft auszeichneten. Was damals in Südamerika eine weltweite Bewunderung erfuhr, erntete zwölf Jahre später in Nordamerika nur noch internationale Häme.Die Verzwergung kann niemand negieren. Drei WM-Blamagen in Folge sind kein Zufall. Das Scheitern im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen (3:4) fügt sich in den Reigen des Desasters 2018 in Russland und des Possenspiels 2022 in Katar, wo beide Male in der Vorrunde schon Schluss war. Bevor die XXL-Endrunde 2026 richtig spannend wird, reist der vierfache Weltmeister ab. „Es wäre vermessen, wenn wir nach dem dritten Ausscheiden sagen würden, wir gehören zur Weltspitze: Das tun wir nicht“, sagte Julian Nagelsmann. Der Bundestrainer hatte auf der Pressekonferenz erkennbar Mühe, den Schock zu verarbeiten. „Wenn du so früh ausscheidest, ist es deutlich zu wenig für den deutschen Fußball.“