Besonders blinde Menschen nehmen langsam fahrende E-Autos nur schwer wahr. Obwohl die Elektro-Pkw ein künstliches Geräusch abgeben müssen, stoßen sie nach wie vor mit Fußgängern zusammen.

30.06.2026, 15.02 Uhr

Fußgängerin überquert Straßenkreuzung: Besonders sehbehinderte Menschen nehmen E-Autos oft nur schlecht wahr

Wenn Unfälle zwischen Elektroautos und Zufußgehenden geschehen, dann häufig, wenn E-Autos aus dem Stand anfahren, rückwärtsfahren oder bei Dämmerung und Dunkelheit abbiegen. Für die Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist das ein Hinweis, dass Fußgängerinnen und Fußgänger die leisen Elektro-Pkw in solchen Situationen nach wie vor schlechter wahrnehmen als Verbrenner – obwohl neu zugelassene E-Autos seit 2021 bei Geschwindigkeiten unter 20 Kilometer pro Stunde Geräusche abgeben müssen. »Doch die künstlichen Fahrgeräusche sind womöglich nicht hörbar genug oder lassen sich noch nicht eindeutig einem Pkw zuordnen«, sagt die Leiterin der UDV, Kristin Zeidler.

In einer neuen Studie untersuchte die UDV, ob und wie sich Unfälle mit E-Autos und mit Verbrennern unterscheiden. Dazu analysierten die Forschenden einerseits Daten aus der Unfalldatenbank der Versicherer, mit denen sie die Crashs von E-Autos mit baugleichen Verbrennern aus den Klassen Mini, Kleinwagen, Kompakt-, Mittel- und Oberklasse vergleichen konnten. Ergänzend führte das Team eine Literaturrecherche und eine Online-Befragung von 238 E-Auto- und Verbrennerfahrern durch.