Matt Haig ist der Meister der „Was wäre wenn?“-Literatur: Sein Roman „Die Mitternachtsbibliothek“ erzählt von einer Frau, die im Angesicht des Todes über eine Bibliothek verschiedene alternative Lebensentwürfe besichtigen darf. Das Buch wurde 2021 zum Weltbestseller. In „Die Mitternachtsreise“, gerade erschienen, sieht der 81-jährige Wilbur sein Leben im Schnelldurchlauf (aus einem Zug heraus) an sich vorbeiziehen und an prägenden Momenten halten: die letzte Begegnung mit dem Bruder, die Flitterwochen mit seiner Frau. Eingreifen darf Wilbur aber nicht. Haig erzählt von Bedauern über verpasste Chancen, von der Reue und von der Schwierigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Matt Haig, 49, der öffentlich auch immer wieder über sein Leben mit Depression spricht, sitzt in seinem deutschen Verlag Droemer Knaur in München und trinkt: Tee.