Aber durch Lockerungsübungen allein wird man den neuen Rechten wohl nicht entgegentreten können.

Wir müssen uns mit der Radikalisierung der Politik und Gesellschaft auseinandersetzen und tun das ja auch. Dazu gehört etwa unsere anderthalbjährige Reihe zu Hannah Arendt. Im Juli spricht Jason Stanley über rechte Geschichtsfälschungen. Wir haben aktuell eine Ausstellung mit 15 Lyriker:innen, von Brasilien bis Indien und Südkorea, die sich in der Collagetechnik mit dem Freundschaftsbegriff von Hannah Arendt auseinandersetzten. In unserem Riverside-Salon im Januar sind wir zum Beispiel der Frage nachgegangen: Taugt Arendts Totalitarismustheorie noch?

Was ist das, ein Riverside-Salon?

Hannah Arendt hat in New York am Riverside gewohnt. Sie hat dort Freunde, Intellektuelle, Bekannte zu Salon-Diskussionen eingeladen. Wir haben daraus ein Nachmittagsformat gemacht, das zwar etwas mehr voraussetzt als die breiter gefassten Abendveranstaltungen, aber das Publikum nach einem kleinen Impuls sofort einlädt, mitzureden. Dazu gibt es wie bei Hannah Arendt Portwein und Obst. Der nächste und letzte Salon findet im Herbst mit Marie Luise Knott statt.

In den östlichen Bundesländern machen sich Kulturveranstalter Sorgen um ein Neutralitätsgebot, das die AfD fordert. Sie befürchten, Fördermittel zu verlieren.