Nach dem frühen Aus für die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft hat die Aktie des Ausrüsters Adidas am Dienstag nachgegeben. Im frühen Handel verloren die Anteilscheine gut 3 Prozent auf 175,15 Euro im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag. Am Vorabend waren sie wegen reger Trikot-Nachfrage zeitweise noch auf den höchsten Stand seit acht Monaten gestiegen.
Die bis gestern hohe Nachfrage nach dem Trikot der deutschen Kicker und anderer Nationen hatten den Aktienkurs jüngst kräftig nach oben getrieben. Von den Tiefs von Mitte Mai bei knapp 140 Euro hatten die Papiere um fast 30 Prozent zugelegt. Adidas-Chef Bjørn Gulden (61) hatte das Trikot jüngst einen Verkaufsschlager genannt. Die Nachfrage dürfte nun wohl deutlich nachlassen.Ein Händler sagte, dass die WM das Umsatzwachstum im zweiten Quartal spürbar angetrieben haben dürfte. Dem stünden mit Blick auf die Ergebnisse allerdings deutlich höhere Ausgaben für das Marketing gegenüber. Unter dem Strich dürfte Adidas aber Marktanteile hinzugewinnen, vorwiegend auf dem nordamerikanischen Markt. Ab 2027 werden die deutschen Nationalteams von Nike ausgestattet.
Adidas hatte zuletzt Kritik dafür einstecken müssen, dass die Trikots enorm teuer seien. Stephan Mayer (52), der sportpolitische Sprecher der Unionsfraktion, hatte etwa gesagt, 75 Euro für ein Kindertrikot seien für viele Familien „eine enorme finanzielle Herausforderung“. „Gerade hier würde ich mir wünschen, dass Adidas eine Möglichkeit findet, zumindest diese Trikots deutlich günstiger anzubieten.“








