PfadnavigationHomeSportFußballWMRassismus-Vorwurf„Habe ein paar Tage überlegt“ – Asamoah äußert sich zu Schweinsteiger-DebatteVon Niels KörnerStand: 19:05 UhrLesedauer: 2 MinutenGerald Asamoah spielte 43 Mal für DeutschlandQuelle: picture alliance/Maximilian KochBastian Schweinsteiger äußert sich in der WM-Vorrunde über den afrikanischen Fußball. Der Trainer der Elfenbeinküste wirft ihm daraufhin Rassismus vor. Nun äußert sich Gerald Asamoah zum Thema.Gerald Asamoah hat sich zur Diskussion um die Aussagen von Bastian Schweinsteiger über den afrikanischen Fußball geäußert. Der 43-malige deutsche Nationalspieler habe „ein paar Tage überlegt, ob ich auch etwas dazu sage. Aber ich denke, es ist wichtig“, schrieb die Schalke-Legende in den sozialen Netzwerken.Der langjährige Fan-Liebling wünsche sich eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Asamoah stellte klar: „Eins vorweg: Ich kenne Basti seit Jahren sehr gut und bin mir ganz sicher: Er ist kein Rassist.“Der frühere Stürmer weiter: „Das ist für mich aber auch gar nicht der Punkt und ihn jetzt öffentlich anzugehen, bringt die Debatte aus meiner Sicht nicht weiter. Wir sollten uns lieber damit beschäftigen, dass sich bestimmte Denkmuster – auch wenn sie überhaupt nicht abwertend gemeint sind – seit Jahrzehnten im Fußball eingeprägt haben: Spieler aus Afrika und allgemein schwarze Fußballer sind wild, taktisch und technisch schwach und nicht so spielintelligent wie Europäer (also Weiße), dafür körperlich stark, robust und athletisch und so weiter. Hat bestimmt jeder schon mal gehört. Und so ist schnell ein ganzer Kontinent mit ein, zwei Sätzen beschrieben.“Schweinsteiger hatte in seiner Rolle als ARD-Experte die Spielweise des „afrikanischen Fußballs“, in diesem Fall des deutschen Vorrunden-Gegners Elfenbeinküste, als ein „bisschen unorthodox“, „ein bisschen wild“ und „vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt“ beschrieben.Der 121-malige deutsche Nationalspieler und Weltmeister von 2014 wurde daraufhin dafür kritisiert, rassistische Stereotype zu verbreiten. Emerse Faé (42), Nationaltrainer der Elfenbeinküste, sagte daraufhin: „Ich stimme ihm nicht zu. Alles, was ich tun kann, ist zu zeigen, dass wir nicht nur physisch spielen, sondern auch taktisch und technisch.“ Man könne solche Aussagen „rassistisch nennen“.„Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen“Schweinsteiger verteidigte sich daraufhin, veröffentlichte ein Statement, in dem es unter anderem hieß: „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger.“Asamoah meinte weiter: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns oft mehr damit beschäftigen, ob jetzt jemand ein Rassist ist oder nicht. Ich würde mir aber wünschen, dass wir uns eher darum kümmern, diese Denkmuster ernsthaft zu hinterfragen.“ Afrika sei „einfach ein riesiger Erdteil mit so vielen unterschiedlichen Sprachen, Völkern und Kulturen“. Pauschalisierungen seien daher unzulässig. „Aber solche Ansichten halten sich bis heute. Nicht aus bösem Willen. Sondern weil diese Stereotypen ganz tief gesellschaftlich verankert sind und wie selbstverständlich weitergegeben werden.“