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München im Jahr 1933: In einem Zimmer hält ein Mädchen ein Fernglas an die Augen. Sie ist elf Jahre alt; immer wieder steht sie da, dicht an der Scheibe. Sie sieht, aber wird nicht gesehen. Im Alter, als sie sich daran erinnert, entfällt ihr kurz das englische Wort, obwohl sie schon lange in den USA lebt: Fernglas – binoculars.
Die geschliffenen Linsen lassen die vierzig Meter Asphalt der Prinzregentenstraße auf ein Nichts zusammenschnurren. Das Mädchen blickt direkt in ein großes Wohnzimmer. Sie sieht die Geschenke, die sich dort an Geburtstagen stapeln, ein Gebirge aus Ehrerbietung in Zellophan. Sie sieht die Bewegungen eines Mannes, der für den Rest der Welt schon jetzt ein Erlöser oder der Teufel ist. Für das Mädchen ist er lange Zeit vor allem eins: ein Nachbar.







