Den Sieg der präferierten Fußballmannschaft kann man auf unterschiedliche Arten zelebrieren: mit Jubel, Fahnenschwenken, einem Trinkgelage – oder einem Autokorso. Ganz ohne Regeln kommt vor allem Letzterer allerdings nicht aus. Was ist beim gemeinschaftlichen Feiern erlaubt und was nicht?Grundsätzlich würden Autokorsos als Ausdruck der Fußballbegeisterung geduldet, teilte das Polizeipräsidium Offenburg auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. »Wir wollen keine Spielverderber sein«, sagte ein Polizeisprecher. Dabei gelte jedoch: Wer andere gefährdet oder gegen Gesetze verstößt, müsse mit Konsequenzen rechnen. Die Siegeseuphorie setze die öffentliche Ordnung nicht außer Kraft – und schütze auch nicht vor Ordnungswidrigkeitsverfahren, betonte der Sprecher.

Nicht auf dem Dach sitzen, nicht unnötig hupenZu den nicht erlaubten Verhaltensweisen zählt demnach, während der Fahrt auf dem Dach oder der Motorhaube zu sitzen. Auch das weite Hinauslehnen aus Fenstern oder Schiebedächern ist verboten. Ebenso ist das gezielte Zufahren auf Fußgänger oder Menschenmengen tabu. In Bereichen mit vielen Fußgängern sollten Autokorsos grundsätzlich unterbleiben.

Erlaubt sind dagegen Fanartikel am Auto – solange sie die Sicht des Fahrers nicht einschränken und niemanden gefährden, erklärt die Polizei. Allerdings: Auf Autobahnen sollten am Auto angebrachte Nationalflaggen besser abgenommen werden, da sie sich bei hohem Tempo lösen können. Spiegelüberzüge seien nur zulässig, wenn sie die Blinker nicht verdecken.Die Polizei appelliert außerdem an Fans, Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer und Anwohner zu nehmen. So sei etwa das Zünden von Pyrotechnik als Ausdruck der Freude verboten. Und: Auch bei einem Autokorso gelte die Nachtruhe. Unnötiges Hupen und vermeidbarer Lärm in den späten Abend- und Nachtstunden sollten daher unterlassen werden. »Die Nachtruhe des weniger fußballbegeisterten Teils der Bevölkerung ist mindestens ebenso wichtig wie die geduldete Freude über einen Triumph«, hieß es von der Polizei.Deutschland startet am Montagabend in die K.-o.-Phase bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Ob die Nachtruhe dann eingehalten wird, hängt wohl auch vom Ausgang des Spiels gegen Paraguay ab, das um 22.30 Uhr deutscher Zeit beginnt. Auch das Finale am 19. Juli (Anpfiff 21 Uhr deutscher Zeit) könnte sich bei Verlängerung und Elfmeterschießen bis Mitternacht ziehen.