Kuratorin über koloniale Fotos: „In Peru ist das Interesse an Wiederaneignung groß“
Hamburgs ethnologisches Museum MARKK sucht in der Schau „Bilderechos aus Peru“ auf Fotos auch nach Hinweisen auf vorkoloniale queere Praktiken.
Vertrauensvolle Blicke: Frauen mit Kindern vor einem Hospital in Nordperu, 1885 fotografiert von Hans Heinrich Brüning
taz: Frau Chávez, wie kolonialistisch agierte Hans Heinrich Brüning im 19. Jahrhundert in Peru?
Christine Chávez: Der aus Norddeutschland stammende Ingenieur wanderte 1875 nach Nordperu aus, um auf den Zuckerrohrplantagen zu arbeiten. Er hat wohl aus Europa importiertes technisches Equipment betreut. Zugleich hat er während seines 50-jährigen Aufenthalts als einer der Ersten die Kultur der Region in Bild und Ton umfassend dokumentiert. Das reichte von den vorkolonialen Pyramiden von Túcume bis zu Zeitgenössischem. Auch Musik und die aussterbende Sprache Muchik hielt er in Tonaufnahmen fest.










