PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Aschura-Marsch“ in Berlin„Das ist einfach nur eine Schande“ – Entsetzen über Demo mit aneinandergebundenen KindernStand: 16:03 UhrLesedauer: 3 MinutenBei einer islamistischen Demonstration in Berlin wurden Kinder bei großer Hitze an Seilen geführt und instrumentalisiert. Philipp Peyman Engel, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, fordert Konsequenzen: „Das ist einfach nur eine Schande“, so Engel.In Berlin haben Islamisten auf einer Demo Kinder bei 40 Grad aneinandergebunden. Nun regt sich heftige Kritik. Die Polizeigewerkschaft fordert eine Gesetzesänderung, um solche Szenen künftig zu verhindern.Nach dem „Aschura-Marsch“ von schiitischen Muslimen in Berlin mit aneinandergebundenen Kindern in der sengenden Hitze hat der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, Benjamin Jendro, politische Konsequenzen gefordert. „Wir reden über Minderjährige, mitunter auch unter Zwölfjährige, die letztlich auch eine Terrorverherrlichung gemacht haben und etwas, was wir auf Berlins Straßen nicht wollen“, sagte er im Gespräch mit WELT TV. Jendro hält es deshalb für dringlich, das Berliner Versammlungsfreiheitsgesetz abzuändern, um künftig ähnliche Vorfälle zu verhindern. „Wir haben ein sehr liberales Versammlungsfreiheitsgesetz, das öffnet aber eben Tür und Tor für Extremisten.“ Mittlerweile werde es für „Hardcore-Extremisten-Marketing“ missbraucht. Jedro erinnerte daran, dass es im April „Hinrichtungsszenen auf dem Alexanderplatz aus dem Milieu“ gegeben habe. „Ich erwarte jetzt auch wirklich eine politische Konsequenz. Das sind nicht nur Worte, die wir brauchen, sondern wir brauchen Gesetzesveränderungen, damit es nicht passiert“, sagte der GdP-Sprecher. Lesen Sie auchDie Demonstration am Samstag bei mehr als 40 Grad Hitze war als „Aschura-Marsch“ unter dem Motto der Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit angemeldet worden. Aschura gilt als wichtiges Trauerfest im schiitischen Islam. Dabei erinnern Gläubige an den Tod des von Schiiten verehrten Imam Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) kritisierte die Veranstaltung scharf und erklärte, Teilnehmer hätten sich zu Ikonen des islamistischen Terrorismus bekannt. Nach Darstellung des Vereins wurden bei der Demonstration unter anderem Bilder des getöteten Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah sowie des iranischen Religionsführers Ali Chamenei gezeigt.Laut Jendro habe der Polizeiführer die Darstellung der zusammengebundenen Kinder unverzüglich untersagt. Die Versammlungsleiterin habe daraufhin dafür gesorgt, dass das „Theaterstück“ beendet wurde. Jendro lobte das Vorgehen der Einsatzkräfte ausdrücklich: „Jetzt wurde sehr schnell, sehr gut reagiert.“ Dennoch forderte Jendro individuelle Konsequenzen für die Eltern, das Jugendamt sei bereits eingeschaltet worden. „Wenn Kinder da aneinandergekettet werden, das ist eine Terrorverherrlichung, die da stattfindet, dann muss man sicherlich auch prüfen, ob da eventuell eine Kindeswohlgefährdung vorlag, vielleicht auch eine Misshandlung von Kindern.“Lesen Sie auchAuch der Chefredakteur der „Jüdischen Allgemeinen“, Philipp Peyman Engel, verurteilte die Szenen. „Wenn ich diese Bilder sehe, wenn ich diese Videos sehe, diese verstörenden Szenen, dann wird mir wirklich schlecht. Und dann werde ich auch wütend“, sagte er im Gespräch mit WELT TV. Engel verwies dabei sowohl auf die politische Dimension des Vorfalls als auch auf die Rolle der beteiligten Kinder. „Das war ein Stück Hamas, das war ein Stück Gaza, ein Stück Westjordanland und Teheran im schlechtesten Sinne, mitten in Berlin. Das sollte uns wirklich zu denken geben.“Besonders kritisch äußerte sich Engel zum Umgang der Organisatoren mit den Minderjährigen bei extremer Hitze. „Da haben diese Islamisten ihre Kinder nicht nur nicht geschützt, sondern auch diesen 40 Grad der sengenden Hitze und Sonne ausgeliefert“, sagte er. „Das ist einfach nur eine Schande.“Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte die Beteiligung der Kinder ebenfalls scharf kritisiert. „Wir schützen in unserem Rechtsstaat die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Absolut inakzeptabel ist aber die Funktionalisierung und Instrumentalisierung von Kindern auf Versammlungen wie am gestrigen Samstag, um durch emotionale Bilder politische Botschaften zu senden“, erklärte sie laut Mitteilung. Kinder bei extremer Hitze auf Demonstrationen vorzuführen, hat nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun, sondern mit einer Gefährdung des Kindeswohls.“kami mit dpa