PfadnavigationHomeRegionalesHamburgSteinmeier: Zeitgeist der Brutalität weht durch die PolitikStand: 14:36 UhrLesedauer: 3 MinutenBundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnt das Einhalten der regelbasierten Ordnung an.Quelle: Ulrich Perrey/dpaEin Tsunami geopolitischer Krisen bedroht die Nachhaltigkeitsziele. Wie wollen rund 1.600 Gäste aus 115 Ländern in Hamburg gemeinsam gegen Armut, Hunger und Klimawandel vorgehen?Das Einhalten der regelbasierten Ordnung ist für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dringend erforderlich auch für den Klimaschutz und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. «Ohne mehr internationale Zusammenarbeit, ohne gegenseitiges Vertrauen wird es uns nicht gelingen, globale Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Bekämpfung von Hunger und Armut zu meistern», sagte der Bundespräsident bei der Eröffnung der Hamburg Sustainability Conference (HSC) in Hamburg.Rund 1.600 Gäste diskutieren über NachhaltigkeitIm Zentrum des internationalen Nachhaltigkeitstreffens mit rund 1.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 115 Ländern stehen die Themen widerstandsfähige Volkswirtschaften, Technologie und die Zukunft des Planeten, wie die Veranstalter mitteilten. Es gehe im Hamburger Rathaus und in der Handelskammer aber auch um Risiken und Konflikte sowie um die Zukunft menschlicher Zusammenarbeit. Das Motto der Konferenz lautet «Die Kraft der Zusammenarbeit: Gemeinsam Fortschritt vorantreiben».Die Vereinten Nationen haben sich vor elf Jahren in der Agenda 2030 insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene gegeben. Sie gelten weltweit - zu den Zielen gehören ein Ende der Armut und des Hungers, sauberes Wasser und saubere Energie, aber auch menschenwürdige Arbeit, hochwertige Bildung, Klimaschutz und Frieden. Das Problem: Nach wie vor hapert es an der Umsetzung - ein Umstand, den die Nachhaltigkeitskonferenz in Hamburg konkret angehen will.Agenda 2030 wichtiger Handlungsrahmen«In diesen disruptiven Zeiten bietet die Agenda 2030 der Vereinten Nationen einen wichtigen Orientierungs- und Handlungsrahmen», sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Ihre Ziele beschrieben den Weg, allen acht Milliarden Menschen weltweit eine gute Lebensqualität und eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Und die Nachhaltigkeitskonferenz wiederum biete ein internationales Format für den Austausch von Ideen und Erfahrungen.«Nur wenn wir international enger zusammenarbeiten und dabei auf gemeinsame Regeln vertrauen können, nur wenn wir uns auf starke Vereinte Nationen und ihre Unterorganisationen stützen können, nur dann wird es uns gelingen, die Nachhaltigkeitsziele zu verwirklichen», sagte Bundespräsident Steinmeier. Es bleibe wichtig, sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterhin mit aller Kraft für den globalen Klimaschutz einzusetzen.Steinmeier: Internationales Regelwerk bedroht«Wir leben in einer Zeit, in der das internationale Regelwerk, das uns jahrzehntelang geleitet hat, bedroht ist, in der einige mächtige Staaten dieses Regelwerk nicht mehr anerkennen und ungeniert brechen, wenn es ihren eigenen Machtinteressen im Wege steht», sagte Steinmeier. Rohe Machtpolitik, Nullsummendenken und Konfrontation ersetzten mehr und mehr die Pfeiler der kooperativen und regelbasierten Ordnung. «Ein Zeitgeist der Brutalität und Rücksichtslosigkeit weht durch die internationale Politik.»Doch dieser Weg sei falsch. «Mein Land wird weiter einstehen für internationale Zusammenarbeit, für Frieden und Entwicklung - und für eine internationale Ordnung, deren Herzstück die Vereinten Nationen sind», versprach Steinmeier. Ein Rückzug aus den Vereinten Nationen wäre kurzsichtig und fatal. Gleichwohl müssten diese sich verändern, müssten effizienter und effektiver werden, müssten beweisen, dass sie bessere Ergebnisse liefern könnten «als die starken Männer mit ihren Allmachtsfantasien».Vize-UN-Generalsekretärin: Tsunami geopolitischer KrisenDie stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen, Amina J. Mohammed, warnte, die bereits erzielten Fortschritte drohten in einem Tsunami geopolitischer Krisen hinweggefegt zu werden. Zudem zeichne sich ein Super-El-Niño mit katastrophalen Wetterereignissen ab. «Eine gewaltige Aufgabe liegt vor uns», betonte sie. Das Wetterphänomen El Niño verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Die Auswirkungen sind mit Dürren und Überschwemmungen in Regionen vor allem auf der Südhalbkugel zu spüren.Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sagte: «Wir müssen in den Krisen dieser Welt gemeinsam agieren. Als Weltgemeinschaft. Solidarisch. Mit starken Partnerschaften. Und mit einer klaren Vision: Wir lassen niemanden zurück.»dpa-infocom GmbH
Steinmeier: Zeitgeist der Brutalität weht durch die Politik - WELT
Ein Tsunami geopolitischer Krisen bedroht die Nachhaltigkeitsziele. Wie wollen rund 1.600 Gäste aus 115 Ländern in Hamburg gemeinsam gegen Armut, Hunger und Klimawandel vorgehen?







