39,9 Grad. So heiß war es in Berlin noch nie, seit hier das Wetter aufgezeichnet wird.Den Wert maß der Deutsche Wetterdienst am Samstag an der Station Tempelhof. Noch ist er vorläufig, die offizielle Bestätigung steht aus. Sicher ist: Der alte Stadtrekord von 38,9 Grad, aufgestellt am 7. August 2015 in Berlin-Kaniswall, ist gefallen.
Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt. So früh im Jahr war es in Berlin noch nie so heiß – der bisherige Juni-Höchstwert lag bei 38,6 Grad, gemessen 2019 in Tegel.Im Umland wurde es am Sonntag sogar noch heißer. In Potsdam zeigte das Thermometer 40,4 Grad, im brandenburgischen Neißemünde 41,7 Grad. Das ist der höchste Wert, der je in Deutschland gemessen wurde.Die Stadt antwortet mit Hitzeplänen, Trinkbrunnen und gekühlten Bahnhöfen. Die Literatur war schneller. Sie beschreibt seit über hundert Jahren, was die Hitze mit Berlin anstellt.
„Es ist schwül in Berlin“: Kästner reicht ein Satz
Erich Kästner brauchte fünf Wörter: „Es ist schwül in Berlin.“ Mehr Großstadtsommer passt kaum in eine Zeile. Bei Kästner ist die Hitze noch elegant, eine Sache von Kurfürstendamm, Mode und Müdigkeit.
Erich Kästner, Chronist des Großstadtlebens, in seiner Bibliothek. Über die Berliner Schwüle schrieb er schon vor Jahrzehnten.












