Schule sollte ein Ort der Aufklärung sein, auch über neue Technologien. Kurzfristig mögen Social-Media-Verbote und KI-Tabus entlasten. Langfristig versperren sie den Zugang zur Welt, meint Udo Knapp.

taz FUTURZWEI | Die politischen Aufgaben der Regierenden werden immer häufiger an Expertenkommissionen ausgelagert. Die Heroen streiten nur noch darum, wie viele von den Vorschlägen der Experten mit wie vielen Abstrichen umgesetzt werden sollen.

Aber „Rosinenpickerei“ (Bärbel Bas, SPD) darf es dabei nicht geben, ein „Zerreden der Vorschläge“ (Friedrich Merz, CDU) auch nicht. So wird Demokratie zu Expertokratie, Politiker werden zu Sachzwang-Agenten wissenschaftlich abgesegneter Vorschläge. Politik verzichtet auf ihren originären Auftrag.

Auf dieses expertokratische Spielen hat sich nun auch Familienministerin Karin Prien (CDU) eingelassen. Die von ihr eingesetzte Expertenkommission „Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat 10 Monate an der Frage gearbeitet, wie die drei zentralen Aufgaben der Sicherung des Kindeswohls aus der UN-Kinderrechtskonvention „Schutz, Befähigung und Teilhabe im Digitalen- und KI-Zeitalter“ gesichert werden können. Die Kommission hat dazu 56 Empfehlungen vorgelegt.