Nach Tagen großer Hitze haben sich starke Niederschläge drastisch auf das österreichische Kaunertal ausgewirkt. Unwetter gingen auch in Form von Hagel nieder, daraufhin lösten sich mehrere Gerölllawinen von den Gebirgswänden. Verletzt wurde offenbar niemand, doch Gestein und Schlamm wälzten sich auf die Gletscherstraße, die Stromversorgung wurde unterbrochen.
Damit war der Zugang zum hinteren Bereich des Tales von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr als 250 Personen waren eingeschlossen. Die Menschen mussten die Nacht in einer Schutzhütte und einem Bergrestaurant verbringen.Die Rettung lief schon am Sonntag an: Das österreichische Bundesheer und Kräfte des Innenministeriums begannen damit, die Menschen mit mehreren Hubschraubern aus dem betroffenen Bereich zu bringen. Gegen Montagmittag war die Evakuierung abgeschlossen, wie österreichische Behörden dem SPIEGEL bestätigten. »Wir haben insgesamt 251 Personen ausgeflogen«, sagte ein Militärsprecher, der sich vor Ort befand.
Mehr als die Hälfte der geretteten Personen waren demnach Ausflugsgäste, darunter viele deutsche Staatsbürger. Erste Personen seien bereits am Sonntag aus medizinischen Gründen ausgeflogen worden, sagte der Offizier. Drei Helikopter des Innenministeriums sowie zwei Militärmaschinen waren im Einsatz. »Ein Hubschrauber davon war bereits in der Region, weil er zuvor einen Waldbrand im Tiroler Unterland bekämpft hatte.«








