Ein Forschungsteam der University of Houston und des Argonne National Laboratory des US-Energieministeriums hat den 30 Jahre anhaltenden Temperaturrekord für Supraleitung geknackt. Sie hoben mit ihrem Cuprat-Supraleiter die Temperatur um 30 Grad Fahrenheit von -220 Grad Fahrenheit (etwa -140 °C) auf nunmehr -190 Grad Fahrenheit (etwa -123,3 °C) an, bei dem das Material Strom ohne Widerstand leitet. Ein erhöhter Umgebungsdruck war dafür nicht notwendig.

Supraleiter funktionieren gemeinhin lediglich bei extrem niedrigen Temperaturen. Zwar existiert nach Angaben des Argonne National Laboratory auch ein Material, das bei Temperaturen nahe der Raumtemperatur supraleitend ist. Das funktioniert jedoch nur unter dauerhaft hohem Druck, wie er in Speziallaboren erzeugt werden kann. Für die Praxis ist dieses Material ungeeignet, weil diese Drücke außerhalb der Labore nicht praktikabel erzeugt werden können.

Schneller Druckverlust

Die Wissenschaftler der University of Texas und des Argonne National Laboratory entwickelten ein Oxid aus Quecksilber, Barium, Kalzium und Kupfer, wie die Forscher mitteilten. Den Cuprat-Supraleiter komprimierten sie in einer Diamantstempelzelle bei einem Druck von knapp 30 Gigapascal. Den Druck ließen die Forscher dann schnell wieder ab. Das Material behielt dabei seine supraleitenden Eigenschaften bei.