Wenn eine Partei derzeit allen Grund zur Selbstvergewisserung hat, dann sind es die Grünen. Mantraartig betonten sie am Wochenende auf ihrem Ostkongress in Sassnitz auf der Insel Rügen, dass Grün die Hoffnung sei. Mecklenburg-Vorpommers Spitzenkandidatin Claudia Müller ging sogar noch einen Schritt weiter, sprach vom „Ende ihrer Partei als gesamtdeutsche Partei“, sollten die Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern für Bündnis 90/Die Grünen verloren gehen.
Die Ausgangslage für die „Öko-Partei“ ist im Osten und Nordosten Deutschlands jedenfalls nicht die beste. Während in Sachsen-Anhalt noch die CDU und in Mecklenburg-Vorpommern die SPD den politischen Ton angeben, die AfD immer stärker wird, kämpfen die Grünen mit Umfragewerten von knapp vier Prozent um das parlamentarische Überleben.
Unter dem Motto „Nah am Menschen. Stark im Wandel“ suchten beim zweiten Ostkongress nun rund 300 Grüne zusammen mit der gesamten Bundesspitze, Mecklenburg-Vorpommerns Spitzenkandidatin Claudia Müller und Sachsen-Anhalts Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz auf Rügen nach Antworten – und nach sich selbst. Bei hitzigen Temperaturen und hitzigen Diskussionen. Vor allem eine Frage stand im Raum: Warum die Grünen im Osten bis heute kaum Wurzeln geschlagen haben.












