Derartige Angriffe auf den Reformplan kommen allerdings auch innerhalb der Union nicht gut an. Nun meldet sich Johannes Winkel zu Wort, Chef der Jungen Union – mit einer Spitze gegen Söder. »Alle müssen jetzt ihrer Verantwortung für das Land gerecht werden, statt eine Rentenreform zu torpedieren, auf die Deutschland seit 30 Jahren wartet«, sagte Winkel dem »Stern«. Dann spielte der CDU-Mann auf Söders kürzlich verändertes Äußeres an: »Nach vorn gerichtete Politik muss sich also nicht nur den Bart abrasieren, sondern auch mal alte Zöpfe abschneiden.«Winkel verteidigte die Vorschläge der Rentenkommission. Diese habe gezeigt, »dass man zu einem großen Wurf kommen kann, wenn man unideologisch und an der Sache orientiert arbeitet«, sagte er. Das Vorhaben bezeichnete er als »Gamechanger«.Die Rentenkommission hatte am Dienstag 33 Empfehlungen für eine tiefgreifende Reform des Rentensystems an die Bundesregierung übergeben. Das Paket enthält unter anderem die Koppelung des Renteneintritts an die Lebenserwartung, die Abschaffung der abschlagsfreien »Rente mit 63« sowie die Einführung einer teilweise kapitalgedeckten Alterssicherung.

Die CSU und allen voran Markus Söder stehen in der Rentendiskussion ohnehin schon lange unter Rechtfertigungsdruck – insbesondere weil diese auf die teure Ausweitung der Mütterrente bestehen. An den Vorschlägen der Kommission hatte es nun aber auch Kritik aus der SPD gegeben, vor allem am geplanten Aus der Rente mit 63.Er ist Deutschlands bekanntester Rentenexperte. Hier sagt Axel Börsch-Supan, welche Probleme er bei der geplanten Reform sieht – und warum er trotzdem auf einen »Big Bang« hofft. Mehr im Interview hier .