Wenn Schulen digitaler werden wollen, setzen sie meist auf Microsoft-Produkte. Das ist in vielerlei Hinsicht ein Problem.

A ls zu Beginn der Pandemie eine Berliner Schule Microsoft Teams für Videokonferenzen einsetzen wollte und die Aufsichtsbehörde auf die Beschwerde eines Elternteils hin die Schule verwarnte, gab es einen Shitstorm. Dessen Tenor: Immer diese Datenschutz-Verhinderer, Lernen sei doch wichtiger als die Frage, ob bei Microsofts Umgang mit den Daten der Schü­le­r:in­nen alles in Ordnung sei.

Tatsächlich waren damals viele Schulen unter Druck: Sie mussten von heute auf morgen funktionierende Wege fürs Fernlernen finden und anbieten. Und wozu greifen also die Ent­schei­de­r:in­nen in den Schulen? Zu dem Anbieter, den sie selbst kennen und nutzen – und der den Schulleitungen angesichts latent klammer Kassen ein derart attraktives Angebot macht, dass man es kaum ablehnen kann: Microsoft.

Zwar wird digitale Souveränität – vor allem als Schlagwort – gerade politisch hoch gehandelt. Unabhängiger von den Tech-Unternehmen in den USA will man werden, vom erratischen US-Präsidenten und den ausufernden Befugnissen der dortigen Geheimdienste, die auf in Europa gespeicherte Daten zugreifen dürfen. Hinzu kommt, dass Trump US-Konzernen untersagen kann, ihre Dienste in bestimmten Regionen oder Ländern anzubieten – der gefürchtete Kill Switch.