Auch am Sonntag hat die Hitzewelle Deutschland weiter im Griff. Erneut könnte der Temperaturrekord geknackt werden. Am Abend drohen vielerorts heftige Gewitter. Reporterin Marie Lipinsky berichtet.Die Hitzewelle hat zum dritten Temperaturrekord infolge geführt. Im Landkreis Oder-Spree wurden 41,7 Grad gemessen. Mehr im Liveticker.Für Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus – aber es drohen auch landesweit heftige Gewitter. Der DWD erwartet Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und großen Hagel. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter ist nicht ausgeschlossen. Verfolgen Sie hier alle Ereignisse rund um die Hitzewelle in Westeuropa: 16:25 Uhr – Sonntag, 28. JuniRekordwert von 41,7 Grad in NeißemündeDen dritten Tag in Folge hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Angaben einen Temperaturrekord in Deutschland registriert: Der vorläufige Höchstwert von 41,7 Grad wurde nachmittags in Neißemünde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree gemessen, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte.13:43 Uhr – Sonntag, 28. JuniOrt in Rheinland-Pfalz wird komplett geräumtWegen eines Waldbrands im Kreis Bad Kreuznach wird die Ortschaft Traisen vollständig evakuiert. Nach Angaben des Kreises sind rund 650 Menschen betroffen. Bei der brennenden Fläche handelt es sich um ein Kampfmittelgebiet. In dem Gebiet kam es bereits zu Explosionen, der Kampfmittelräumdienst bewertet die Lage fortlaufend, teilte eine Kreissprecherin mit.Flammen und Rauch steigen aus dem Waldgebiet Quelle: Thomas Frey/dpa10:05 Uhr – Sonntag, 28. JuniFrankreich verzeichnet etwa 1000 zusätzliche TodesfälleIn Frankreich haben die Gesundheitsbehörden während der aktuellen Hitzewelle seit Mittwoch etwa 1000 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu den Vormonaten verzeichnet. Laut einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Santé publique France vom Sonntag starben vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren. Die Zahlen seien vorläufig und wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, hieß es. Die größte Zunahme wurde den Angaben zufolge bei den Todesfällen in der eigenen Wohnung registriert. 15:54 Uhr – Sonntag, 28. JuniErneut 41,5 Grad – diesmal in Sachsen Der am Samstag neu aufgestellte Hitzerekord in Deutschland ist am Sonntagnachmittag erneut eingestellt worden. Im sächsischen Bad Muskau an der Grenze zu Polen und Brandenburg wurde gegen 15.00 Uhr ein Wert von 41,5 Grad gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Dies ist die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland, sie war am Samstag gegen 16.30 Uhr bereits in Drewitz in Sachsen-Anhalt erreicht worden.Da die Temperaturen am Sonntag noch weiter steigen könnten, könnte den dritten Tag infolge ein neuer Höchstwert erreicht werden. Am Freitagnachmittag um 17.00 Uhr war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Rekordwert gemessen worden. Der DWD selbst spricht bei diesen Zahlen nicht von „Rekorden“, da die Werte noch vorläufig sind. „Eine Qualitätskontrolle dieser Messwerte ist noch nicht erfolgt und wird noch vorgenommen“, erklärte der Dienst. Die offizielle Bestätigung, ob tatsächlich ein neuer Temperaturrekord vorliegt, dürfte erst nach dem Wochenende vorliegen.14:36 Uhr – Sonntag, 28. Juni630 Menschen bleiben in Zug ohne Klimaanlage steckenMehr als 600 Passagiere sind am Samstagabend ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz gestrandet. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum war im Zuge eines Sturms auf eine Oberleitung gefallen und der Zug der tschechischen Bahn (České dráhy), der von Hamburg nach Prag fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom. Zuerst hatte die „Märkische Allgemeine“ berichtet. Ohne Strom fiel außerdem die Klimaanlage aus und die Türen blieben verschlossen, wie es hieß. Die Einsatzkräfte öffneten die Türen, mussten dafür etwa Bäume aus dem Weg sägen. Im Zug hatte es laut Reisinger mittlerweile etwa 40 Grad. In einer Sporthalle wurde ein Notlager aufgebaut, in dem die Passagiere übernachten konnten. Am Sonntagmorgen brachten Linienbusse die etwa 500 Menschen laut Reisinger zum Bahnhof nach Karstädt, wo sie mit zwei ICEs weiterreisen konnten.13:09 Uhr – Sonntag, 28. JuniFahrbahn auf A7 wegen Hitze aufgeplatzt, Autos beschädigtAuf der Autobahn 7 ist wegen der extremen Hitze die Fahrbahn aufgeplatzt. Der Fall ereignete sich am Samstag zwischen den Anschlussstellen Bad Fallingbostel und Dorfmark, wie die Polizei mitteilte. Die Hitze habe den Beton einzelner Fahrbahnplatten so sehr aufgeheizt, dass sie sich ausdehnten, auswölbten und schließlich aufplatzten.Zwei Autos wurden dabei beschädigt, verletzt wurde niemand. Der Fahrstreifen wurde gesperrt. Wie lange die Reparatur andauern sollte, war zunächst nicht bekannt. 13:05 Uhr – Sonntag, 28. JuniBlitzeinschlag im Freilichtmuseum? Historisches Haus brennt abBei einem Brand in Molfsee, Schleswig-Holstein, ist ein Gebäude eines Freilichtmuseums zerstört worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Brand auf dem Reetdachhaus vermutlich durch einen einschlagenden Blitz ausgelöst. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.Der Brand sei am frühen Morgen durch einen Anwohner gemeldet worden. Beim Eintreffen der Feuerwehr habe das historische Gebäude bereits komplett in Brand gestanden. Das mehr als 250 Jahre alte Gebäude brannte bis auf die Grundmauern ab. 12:32 Uhr – Sonntag, 28. JuniHitzerekord in DänemarkDänemark hat einen neuen Hitzerekord. Mit 37 Grad war der Samstag der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Gemessen wurde die Temperatur dänischen Medienberichten zufolge sowohl in Odum nördlich der Stadt Aarhus in Ostjütland als auch am Flughafen H.C. Andersen, der nördlich von Odense auf der Insel Fünen liegt.09:36 Uhr – Sonntag, 28. JuniNächtlicher Temperaturrekord: 29,4 Grad in Sachsen gemessenDie Hitzewelle in Deutschland hat zu einem neuen nächtlichen Temperaturrekord geführt. In Kubschütz im ostsächsischen Kreis Bautzen sank das Thermometer in der Nacht zu Sonntag nicht unter 29,4 Grad Celsius, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Das ist demnach ein neuer Rekord der nächtlichen Minimumtemperatur in Deutschland seit Aufzeichnungsbeginn. Die bis dahin heißeste Nacht gab es im August 2003 in Weinbie in Rheinland-Pfalz mit 27,2 Grad.09:25 Uhr – Sonntag, 28. Juni600 EC-Passagiere evakuiertDie Passagiere eines EC von Hamburg nach Prag haben am Samstagabend in Karstädt (Brandenburg) ihren Zug verlassen müssen, berichtet das RND. Ein Unwetter hatte die Oberleitung beschädigt, der Zug blieb auf offener Strecke liegen. Durch den Stromausfall fiel auch die Klimaanlage aus. Im Zug herrschten Temperaturen von bis zu 50 Grad, sagte Kreisbrandmeister Christian Reisinger (Prignitz) dem RND. Rund 600 Menschen saßen fest – darunter Schwangere und ältere Menschen. Am Abend wurden die Passagiere evakuiert, in Karstädt richteten Einsatzkräfte eine Notunterkunft ein. Am Sonntagmorgen konnte die Fahrt fortgesetzt werden: Die Deutsche Bahn schickte zwei ICE.08:31 Uhr – Sonntag, 28. JuniKeine Straßenbahnen in Leipzig bis MontagfrühAufgrund von Hitzeschäden fahren bis zum frühen Montagmorgen in Leipzig keine Straßenbahnen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stellen den Straßenbahnverkehr wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen bis Montagmorgen um 3.30 Uhr ein, wie das Unternehmen mitteilte. Zunächst hatten die LVB den Betrieb nur bis in die Nacht zum Sonntag eingestellt, der Zeitraum wurde jetzt verlängert.Auch in Nürnberg ist der Straßenbahnbetrieb vorübergehend eingestellt. Der Straßenbelag sei wegen der Hitze an einigen Stellen weich geworden, sodass Straßenbahnen nicht mehr sicher fahren können, teilten die Nürnberger Verkehrsbetriebe VAG mit. Der Betrieb bleibt demnach den ganzen Sonntag eingestellt. Stattdessen fahren Ersatzbusse.In Nürnberg löst sich wegen der Hitze der StraßenbelagQuelle: Irena Güttel/dpa08:27 Uhr – Sonntag, 28. JuniNachfrage nach Klimaanlagen und Ventilatoren steigtDie Hitzewelle hat auf dem Online-Marktplatz Kleinanzeigen für deutlich mehr Angebote von und eine stark gestiegene Nachfrage nach Ventilatoren und Klimaanlagen gesorgt. Das geht aus einer Auswertung des Unternehmens auf dpa-Anfrage hervor. Im Einzelhandel sind kühlende Geräte mancherorts gar nicht mehr zu haben.Im Zeitraum vom 17. bis 24. Juni wurden deutschlandweit rund 14.500 neue Anzeigen für Klimaanlagen auf Kleinanzeigen eingestellt. In der Vergleichswoche vom 9. bis 16. Juni waren es rund 4400. Das entspricht einem Anstieg um rund 230 Prozent. Auch bei Ventilatoren nahm das Angebot deutlich zu. Die Zahl der neu eingestellten Anzeigen stieg von rund 4600 auf knapp 11.800 und damit um etwa 156 Prozent.04:57 Uhr – Sonntag, 28. JuniTemperaturen von bis zu 42 Grad und Unwetter erwartetFür Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus, aber es drohen auch landesweit heftige Gewitter. Heute erwartet der DWD Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und großen Hagel. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet. Für den Sonntag sagt der DWD Höchstwerte im Osten und Südosten von 39 bis 41 Grad voraus, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste könnte es kühler werden. Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad könnte also erneut gebrochen werden. 00:09 Uhr – Sonntag, 28. JuniDröge fordert „Abkühl-Sofortprogramm“Die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert, angesichts der aktuellen Hitzewelle Maßnahmen zu ergreifen. „Deutschland braucht ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren“, sagte Dröge der „Bild am Sonntag“. Es brauche volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen. „Wir schlagen ein neues Förderprogramm für ‚Klima-Solar-Anlagen‘ vor“, sagte Dröge. Die Förderung von Klimaanlagen solle an die gleichzeitige Installation von Solarzellen auf dem Dach geknüpft werden.Dröge nannte dies die „sinnvollste Kombination“. Der Solarstrom halte die Betriebskosten für die Klimatisierung gering. „Die Hitze untertags geht mit hoher Sonneneinstrahlung und damit besonders viel Solarertrag einher“, sagte die Grünen-Politikerin weiter. Nach Dröges Vorstellung soll ein Teil des Sondervermögens für ein „unbürokratisches Abkühl-Sofortprogramm“ genutzt werden. Sie kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie ausgerechnet jetzt ein Förderprogramm für Hitzeschutz auslaufen lasse. „Das ist ein großer Fehler“, sagte Dröge.00:03 Uhr – Sonntag, 28. JuniGewitter-Gefahr: Berliner Philharmoniker verkürzen KonzertWegen eines drohenden Gewitters haben sich die Berliner Philharmoniker mit ihrem Konzert in der Waldbühne beeilt. Erst wurde die Pause verkürzt, dann wäre fast noch die berühmte Zugabe „Berliner Luft“ ausgefallen – gespielt hat das Orchester das Lied von Paul Lincke dann doch, das Publikum sollte währenddessen aber bereits die Arena verlassen. Das Spitzenorchester beendet mit dem Freiluftkonzert traditionell seine Saison. Die Waldbühne mit ihren rund 22.000 Plätzen war ausverkauft.23:41 Uhr – Samstag, 27. JuniNeuer Hitzerekord gemessenIn Deutschland ist nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes erneut ein Hitzerekord aufgestellt worden. Der vorläufige Höchstwert von 41,5 Grad wurde um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst auf dpa-Anfrage mitteilte. Am Freitag war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Rekordwert gemessen worden.Der DWD teilte gleich mehrere bundesweite Rekorde mit: An 46 Stationen wurden mindestens 40,0 Grad gemessen. An insgesamt 250 Stationen wurden so hohe Werte gemessen wie nie zuvor. Zudem wurden an 211 weiteren Stationen Rekordwerte für Juni gemessen. Zahlreiche Bundesländer vermeldeten ebenfalls Rekordgradzahlen. 19:54 Uhr – Samstag, 27. JuniUngarn drosselt wegen Hitzewelle AKW-LeistungIm Zuge der Rekord-Hitzewelle in Europa hat nun auch Ungarn die Leistung eines Atomkraftwerks gedrosselt. Wegen der hohen Wassertemperatur der Donau sei die Produktion eines der vier Reaktoren im Kraftwerk Paks um 243 Megawatt gesenkt worden, teilte der Betreiber MVM am Samstag mit. Messungen am Morgen hätten ergeben, dass das Kühlwasser flussabwärts 29,7 Grad Celsius erreicht habe und damit den Grenzwert von 29,5 Grad überschreite. Energieminister Istvan Kapitany erklärte, die Haushalte würden von der reduzierten Leistung nichts spüren. Er hatte die Bevölkerung jedoch aufgerufen, den Stromverbrauch in den Abendstunden einzuschränken, um das Netz zu entlasten.Auch in anderen europäischen Ländern macht die Hitze AKW-Betreibern zu schaffen. In der Schweiz schaltete der Energiekonzern Axpo am Freitag beide Reaktoren des Kernkraftwerks Beznau vorübergehend ab. Die Temperatur des Flusses Aare habe wiederholt die Marke von 25 Grad erreicht, hieß es zur Begründung. In Frankreich, das stark auf Kernenergie setzt, musste der staatliche Betreiber EDF die Stromerzeugung bereits zur Wochenmitte um 4,1 Gigawatt reduzieren. Dies entspricht etwa sieben Prozent der gesamten Stromnachfrage. Mehrere Reaktoren an der Rhône, der Seine und der Garonne wurden gedrosselt oder ganz vom Netz genommen, um die Umweltauflagen zum Schutz der Ökosysteme dieser Flüsse vor zu hohen Kühlwassertemperaturen einzuhalten.18:47 Uhr – Samstag, 27. JuniWaldbrand in Gohrischheide breitet sich schnell ausEin Jahr nach einem verheerenden Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg ist dort erneut ein Feuer ausgebrochen. Der Brand breitet sich sehr schnell aus. Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Die betroffene Fläche wuchs von zunächst drei auf inzwischen mehr als 19 Hektar an. Rund 100 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Auch ist ein gepanzertes Löschfahrzeug auf dem Weg in die Gohrischheide. 18:45 Uhr – Samstag, 27. Juni40,6 Grad in Tschechien – RekordIn Tschechien ist am Samstag ein neuer Hitzerekord verzeichnet worden. An einer Wetterstation in Doksany nördlich von Prag wurden 40,6 Grad Celsius gemessen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Die Temperaturen stiegen aber noch weiter an. „Daher ist dies womöglich noch nicht der Endwert“, fügte die Behörde hinzu.18:13 Uhr – Samstag, 27. JuniHitzerekord in Dänemark gebrochenIn Dänemark ist am Samstag mit 37,0 Grad ein neuer Hitzerekord verzeichnet worden. Er sei in Odum nördlich der Stadt Aarhus gemessen worden, teilte das Dänische Meteorologische Institut (DMI) im Onlinedienst X mit. Die bisherige Rekordtemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1874 war demnach im August 1975 mit 36,4 Grad erreicht worden. Der neue Rekord könnte schon bald wieder gebrochen werden, warnte das DMI. „Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, dass wir 40 Grad in Dänemark erreichen,“ schrieb der Meteorologe Peter Tanev. 17:44 Uhr – Samstag, 27. JuniMehr als 3000 Patienten in Frankreich behandeltDie Kliniken in Frankreich meldeten auch am Samstag zahlreiche hitzebedingte Notfälle, darunter Herzinfarkte, Hitzschläge und Dehydrierung. Auch Todesfälle wurden mit den hohen Temperaturen in Verbindung gebracht. In Paris aktivierte der öffentliche Krankenhausverbund AP-HP seinen Notfallplan für alle 38 Kliniken. Damit reagiere man auf einen anhaltenden Anstieg der Belastung, teilte die Krankenhausbehörde mit. In den Notaufnahmen seien binnen 24 Stunden fast 3000 Patienten behandelt worden, mehr als ein Drittel über dem üblichen Niveau. Ein großer Teil von ihnen sei älter als 75 Jahre gewesen und habe stationär aufgenommen werden müssen. Auch die medizinischen Leitstellen waren stark belastet. Die Zahl der Anrufe sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 80 Prozent gestiegen, teilte AP-HP mit.17:17 Uhr – Samstag, 27. JuniZwei Badetote in BerlinIn Berliner Seen sind am Samstag zwei Männer gestorben. Dies teilte die Feuerwehr mit. Dem „Tagesspiegel“ zufolge sahen gegen 13 Uhr mehrere Zeugen auf der Oberfläche eines Sees im Volkspark Jungfernheide einen leblosen Körper schwimmen sehen. Sie zogen den Mann aus dem Wasser und leiteten erste Reanimationsmaßnahmen ein. Alarmierte Rettungskräfte übernahmen die Maßnahmen wenig später, blieben jedoch erfolglos. Der Mann starb noch vor Ort. Später teilte die Feuerwehr mit, dass auch im Hafen Tempelhof Passanten am Mittag einen regungslos treibenden Mann auf dem Wasser entdeckt hatten. Gemeinsam mit der Polizei zogen sie den Körper an der Ordensmeisterstraße aus dem Wasser. Die Todesursache ist in beiden Fällen unklar.17:00 Uhr – Samstag, 27. JuniFridays for Future plant Demo am SonntagDie Bewegung Fridays for Future ruft am Sonntag zu einer Demo für mehr Klimaschutz in Berlin auf. Weil tagsüber Temperaturen von 40 Grad erwartet würden, könne die im Invalidenpark geplante Kundgebung erst am Abend um 21 Uhr stattfinden, um die Teilnehmenden nicht zu gefährden, teilte Fridays for Future Berlin mit. Ursache für die extreme Hitzewelle und Temperaturen sei die Klimakrise, hieß es. „Doch statt wirksame Klimapolitik voranzubringen, setzt die Bundesregierung weiterhin auf Öl und Gas.“15:50 Uhr – Samstag, 27. JuniSiebenjähriger verbrüht sich durch heißen GartenschlauchEin siebenjähriger Junge hat sich in einer Kleingartenanlage in Neuss mit heißem Wasser aus einem Gartenschlauch Verbrühungen im Gesicht zugezogen. Wie die Polizei mitteilte, spielte das Kind am Freitagnachmittag mit dem Schlauch, der zuvor bei den hohen Temperaturen in der Sonne gelegen hatte. Der Junge wurde zur Behandlung in eine Kinderklinik gebracht. Weitere Verletzte gab es laut Polizeiinformationen nicht.15:29 Uhr – Samstag, 27. JuniDeutschland steuert auf erneuten absoluten Hitzerekord zuIn der aktuellen Hitzewelle steuert Deutschland auf einen weiteren Temperaturekord zu. An zwei Wetterstationen – in Andernach in Rheinland-Pfalz und in Genthin in Sachsen-Anhalt – seien bereits um kurz vor 15.00 Uhr 41,1 Grad gemessen worden, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Es sei durchaus möglich, dass die Temperaturen im Laufe des Nachmittags weiter steigen.Mit 41,3 Grad war am Freitag gegen 17.00 Uhr in Saarbrücken eine neue Höchsttemperatur in Deutschland gemessen worden. Berechnungsmodelle des DWD hatten für Samstag dann bereits die Möglichkeit ergeben, dass sogar die 42 Grad geknackt werden könnten.15:12 Uhr – Samstag, 27. JuniDeutscher Städte- und Gemeindebund ruft zum Wassersparen auf Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) ruft die Bürger zum Wassersparen auf. „Bei dieser Hitze appelliere ich dringend an den gesunden Menschenverstand, in den kommenden Tagen bitte ganz besonders sparsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen“, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zunächst solle so lange wie möglich auf Freiwilligkeit gesetzt werden, sagte Berghegger. „Wenn das nicht funktioniert, müssen die Behörden vor Ort auch Verbote aussprechen.“15:07 Uhr – Samstag, 27. JuniBerliner Polizei setzt Wasserwerfer ein – zur AbkühlungDie Berliner Polizei setzt am Nachmittag zwei Wasserwerfer ein, um bei der extremen Hitze mit Sprühnebel für Erfrischung zu sorgen. Wie die Polizei online mitteilte, beginnt die Aktion gegen 15.00 Uhr am Brandenburger Tor. Anschließend sollen die Wasserwerfer am Reichstagsgebäude, dem Potsdamer Platz, dem Roten Rathaus und dem Mauerpark vorbeifahren. Wie lang genau die Wasserwerfer an den Stationen sein werden, teilte die Polizei nicht mit.14:52 Uhr – Samstag, 27. JuniTemperaturen steigen weiter anNoch hält die Rekordmarke aus Saarbrücken-Burbach: Der vorläufige Spitzenwert von Freitag mit 41,3 Grad Celsius sei bislang nicht erreicht, teilte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. In gleich mehreren Bundesländern ist den Angaben zufolge aber bereits die 40-Grad-Marke geknackt worden. Kurz nach 14 Uhr meldete die Wetterstation Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt demnach 40,5 Grad. Knapp darunter seien es aktuell in Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg 40,4 Grad. Auch Bayern schwitzt: 40,2 Grad verzeichnet die Wetterstation in Kahl am Main. Beneidenswert kühl ist es dagegen im Norden Deutschlands: Gerade einmal 22,8 Grad warm ist es dem DWD-Sprecher zufolge an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins in Sankt Peter-Ording. 14:50 Uhr – Samstag, 27. JuniRettungsdienst in Köln an „Kapazitätsgrenze“ Der Rettungsdienst der Feuerwehr in Köln kommt in der andauernden Hitzewelle nach Angaben der Stadt an seine „Kapazitätsgrenze“. „Nach zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit extremer Hitze und ohne nennenswerte nächtliche Abkühlung ist die Lage ernst“, erklärte die Stadtverwaltung am Samstag. Allein in den vorherigen 24 Stunden seien sieben Menschen bewusstlos in ihren Wohnungen – überwiegend in Dachgeschossen – aufgefunden wordenIn allen Fällen waren die Menschen demnach lebensbedrohlich überhitzt, einer musste reanimiert werden. „Betroffen waren nicht nur Menschen mit Vorerkrankungen“, erklärte die Stadt. Auch körperlich fitte Personen seien mit einer Körpertemperatur von 42 Grad in Lebensgefahr geraten.Löschfahrzeuge der Feuerwehr unterstützen mittlerweile den Rettungsdienstbetrieb, wie die Stadtverwaltung ausführte. „Alle Feuerwehrleute sind mindestens Rettungssanitäter, viele auch Notfallsanitäter.“14:45 Uhr – Samstag, 27. JuniHitzeschäden an mehreren Autobahnen laut ADAC Geplatzte Fahrbahndecken, Sperrungen, Tempolimits: Hitzeschäden bremsen auf den Autobahnen in Deutschland teilweise den Verkehr aus. Nach einer Liste des ADAC sind zurzeit mehrere Autobahnen betroffen. In vielen Bundesländern kommt es zu Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Niedersachsen und BrandenburgDemnach ist die Autobahn 2 Richtung Hannover bei Burg in Niedersachsen voraussichtlich noch bis Sonntagnachmittag wegen Hitzeschäden gesperrt. Das Gleiche gilt für den Abschnitt zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam in Brandenburg. BayernAuf der A93 in Bayern gibt es zwischen Weiden-Süd und Luhe Wildenau in Richtung Regensburg ebenfalls Fahrbahnschäden, weshalb der linke Fahrstreifen voraussichtlich bis kommende Woche gesperrt ist, wie der ADAC mit Verweis auf Informationen der Autobahn GmbH des Bundes berichtet. Reparaturen sind auch auf der A9 bei Ingolstadt in beide Richtungen nötig. Berlin und HamburgAuf der A10 bleibt dem ADAC zufolge zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Richtung Frankfurt (Oder) der linke Fahrstreifen wegen Hitzeschäden gesperrt. Auch auf der A7 im Süden Hamburgs ist ein Fahrstreifen in Richtung Norden über das Wochenende dicht. Rheinland-Pfalz und HessenLangsamer müssen Autofahrer zudem auf der A48 in Rheinland-Pfalz an der Rheinbrücke bei Bendorf und auf der A3 bei Wiesbaden in Hessen fahren. Bereits am dritten Juni-Wochenende hatten laut dem ADAC Hitzeschäden auf der A1 und der A13 für Verkehrsbehinderungen gesorgt. lay, luwi, saha, doli – mit dpa/AFP/Reuters
Hitze: ++ Temperaturrekord jetzt bei 41,7 Grad – Ort bei Bad Kreuznach wegen Waldbrand evakuiert ++ - WELT
Die Hitzewelle hat zum dritten Temperaturrekord infolge geführt. Im Landkreis Oder-Spree wurden 41,7 Grad gemessen. Mehr im Liveticker.











