„Adenauer kapitulierte vor den Frauen“, hieß es ziemlich martialisch am 11. November 1961 auf der Titelseite der in Oldenburg erscheinenden Nordwest-Zeitung. In dem zugehörigen Artikel war zu lesen, dass die Koalitionsverhandlungen zwischen den Unionsparteien und der FDP gut zwei Monate nach den Wahlen mit der Verteilung der Ministerien erfolgreich abgeschlossen worden seien. Demnach sollten der neuen Bundesregierung erneut nur Männer angehören. Daraufhin sei es in Bonn zu einem Eklat gekommen, als eine Gruppe von weiblichen CDU-Abgeordneten den Bundeskanzler spontan in seinem Amtssitz im Palais Schaumburg aufgesucht habe, um gegen diese Entscheidung zu protestieren. Nach einem einstündigen Gespräch sei Konrad Adenauer „zur Kapitulation gezwungen“ worden und die CDU-Frauen hätten sich mit „ihrer Forderung nach einem weiblichen Mitglied im neuen Kabinett durchgesetzt“. Da alle Ressorts aber bereits verteilt worden waren und man das mühsam verhandelte Personalpaket unter den drei Koalitionsparteien CDU, CSU und FDP nicht erneut aufschnüren wollte, blieb zunächst noch unklar, welche Aufgabe „dieser erste weibliche Minister in der Geschichte der Bundesrepublik übernehmen wird“. Fest stand nach Auffassung der Zeitung nur so viel: „Als einzige Kandidatin für das neue Ministerium gilt Elisabeth Schwarzhaupt.“
Elisabeth Schwarzhaupt: Der Lebensbericht der ersten Bundesministerin in Deutschland
Elisabeth Schwarzhaupt war 1961 die erste bundesdeutsche Ministerin. Wie sich die CDU-Politikerin gegen Adenauer und die anderen Herrn durchsetzte, schrieb sie in einem „Lebensbericht“ nieder.








