Das Bild von François dürfte das sein, das denen, die am Sonntag den Ironman Germany am Fernsehschirm oder über andere Kanäle verfolgt haben, auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird. Der Franzose hielt sich im Langener Waldsee auch zweieinhalb Stunden nach dem Start noch in der ersten Disziplin des Langdistanztriathlons über Wasser, Schwimmen konnte man seine sportliche Betätigung gewiss nicht mehr nennen, das noch mehr als 1000 Meter entfernte Ziel nach 3,8 Kilometer Freiwasserschwimmen war da schon unerreichbar.In ernster Gefahr schwebte der Hobby-Triathlet wohl nicht, er wurde eng begleitet von einer Rettungsschwimmerin, die auf einem Surfbrett neben ihm her paddelte, bis er letztlich aufgab und aus dem Wasser gezogen wurde. Umso mehr steht die Szene, die der übertragende Hessische Rundfunk journalistisch sachlich und kritisch aufarbeitete im Doppelpass zwischen Reporter Dirk Froberg und Ex-Triathlon-Weltmeister Sebastian Kienle, für dieses Ironman-Wochenende: Es wurde beherrscht von der Debatte über den Umgang mit der Hitze von bis zu 36 Grad im Schatten am Wettkampftag.Wichtiges Signal an EhrenamtlerEntscheidendes Kriterium war letztlich offenbar die Sorge um die ehrenamtlichen Helfer entlang der Strecke und eine mögliche Überlastung des ganzen Systems, auf die offenbar vor allem die Brandschutzdirektion hingewiesen hatte. Nicht auszudenken, wenn in einer Großstadt wie Frankfurt Notaufnahmen für alte Menschen nicht im nötigen Maß zur Verfügung gestanden hätten, weil reihenweise Sportler hätten eingeliefert werden müssen. Michael Sroka, der ärztliche Leiter der medizinischen Versorgung des Ironman, hatte im Interview mit der F.A.Z. vor dem Rennen darauf hingewiesen, dass zudem niemandem geholfen sei, wenn Helfer selbst kollabierten. Die Verkürzung war deshalb auch ein wichtiges Zeichen des Respekts vor dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer.Es war beruhigend, dass sich letztlich auch die besten Profis verständnisvoll zeigten nach dem Zieleinlauf, nachdem sie zuvor verärgert auf die Verkürzung ihres Rennens reagiert hatten. Sie lieferten auf der trotzdem noch langen, rund fünf Stunden Höchstbelastung abverlangenden Strecke nicht ansatzweise solch desaströsen Bilder wie der Franzose François, aber sie sind gut beraten, wenn sie nicht die Bodenhaftung verlieren und das Ganze im Blick behalten. Dazu gehörte an diesem extremen Sonntag, dass man die Zeit der Hobbyathleten in der Mittagshitze deutlich reduzierte. Dadurch wurden außerordentliche Risiken vermieden. Unvernünftig war deshalb nur François und vielleicht der ein oder andere weitere Sportler, der sich selbst überschätzt hat, aber nicht zufällig von den Kameras des HR eingefangen wurde.