WM und kleine Staaten: Turnier der Underdogs

Diese WM ist ein bisschen anders als die früheren. Vor allem, weil jetzt kleine Staaten mal im Rampfenlicht stehen – und ihre Teams gewinnen.

Das Match Marokko-Haiti endete zwar 4:2, aber wer hätte das gedacht?

Jacob Kupfermann/dpa/AP

W er wünscht sie sich nicht bei jeder Weltmeisterschaft, die große David-gegen-Goliath-Geschichte? Bei der der Underdog das große Wunder vollbringt. Und man das Gefühl hat, es gibt sie noch, die Fußballmärchen. Bei dieser WM in Nordamerika hat man dieses Gefühl: Diesmal kommen die Kleinen ganz groß raus. Wenn das kleine Kap Verde, auf Weltranglistenplatz 67, Topfavorit Spanien kein einziges Tor gönnt. Und das, obwohl manch spanischer Spieler allein den gleichen Marktwert hat, wie das kapverdische Team zusammen. Wenn eine haitianische Exilmannschaft es schafft, ihrem Land für ein paar Tage Hoffnung und Freude zu schenken – abseits von politischer Instabilität und Bandenkriminalität. Wenn Ecuador und Bosnien unter den Freudentränen ihrer Fans in die K.-o.-Runde einziehen. Ja, Länder wie Usbekistan und Curaçao überhaupt in Erscheinung treten dürfen. Da muss selbst die größte Infantino- und Mega-WM-Kritikerin zugeben, dass man sich der Begeisterung nicht entziehen kann.