PfadnavigationHomeRegionalesHamburgNach Rekordhitze und Unwetter fallende Temperaturen erwartetStand: 14:58 UhrLesedauer: 4 MinutenDie Hitze lockte viele Menschen an und in die Ostsee.Quelle: Markus Scholz/dpaRekordtemperaturen, volle Strände und zahlreiche Einsätze für Rettungskräfte: Nach einem Hitzewochenende im Norden soll es absehbar weniger heiß weitergehen.Volle Strände, mehr Arbeit für Rettungskräfte und neue Temperaturrekorde - das ist die Bilanz des Hitzewochenendes im Norden. Während in Hamburg eine neue Juni-Höchsttemperatur registriert wurde, fiel in Schleswig-Holstein sogar der Allzeitrekord.An der Station Grambek im Kreis Herzogtum Lauenburg sei am Samstag eine Temperatur von 39,2 Grad Celsius gemessen worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Basis vorläufiger Daten mit. Der bisherige Rekord: 39,1 Grad gemessen am 20. Juli 2022 an derselben Station.An der Station Hamburg-Neuwiedenthal wurden laut DWD am Samstag 39,4 Grad Celsius gemessen. Der bisherige Juni-Rekord lag bei 36,5 Grad Celsius in Hamburg-Bergedorf und wurde am 29. Juni 1947 gemessen.Absoluter Höchstwert in Hamburg nicht erreichtBis zum bisherigen Jahreshöchstwert in Hamburg fehlte am Samstag indes noch ein Stück: Der Rekord für den bislang heißesten Sommertag in Hamburg liegt bei 40,1 Grad. Diese Temperatur wurde ebenfalls in Neuwiedenthal gemessen, am 20. Juli 2022. Die DWD-Werte sind zunächst vorläufig und werden noch überprüft, bevor sie später offiziell bestätigt werden.Offensichtlich war das vielen Hamburgern zu heiß für einen Besuch des Hamburger Elbstrands. Zumindest in Övelgönne herrschte samstags zeitweise gähnende Leere. Anders sah es in der Lübecker Bucht aus. Der Strand sei «brechend voll», sagte Lukas Reuter von der DLRG-Ortsgruppe Haffkrug-Scharbeutz.Nicht alle kamen gut mit der Hitze zurecht. Es habe einige medizinische Behandlungen etwa wegen Kreislaufproblemen gegeben, sagte Reuter. «Wir hatten relativ früh ein bewusstloses Kind, was wir versorgt haben, vier Jahre alt, mit eingeschränkter Atmung. Das ist schon heftig.» Nach Ende der Besetzung der Wachtürme seien vermehrt noch Badenotfälle hinzugekommen. «Ab 18.00 Uhr ging es dann Schlag auf Schlag.» Am Sonntag war der Strand bis zum frühen Nachmittag gut besucht, aber nicht so voll wie am Samstag.Auch Unwetter forderten die FeuerwehrAuch die Feuerwehr in Hamburg verzeichnete ein überdurchschnittliches Einsatzaufkommen. Sie griff teils auf zusätzliche Rettungswagen von Hilfsorganisationen wie etwa des DRK oder des Arbeiter-Samariter-Bundes zurück. Auch intern wurden Ressourcen umgeschichtet. Zudem wurde am Samstag die Anweisung herausgeben, dass Rettungswagen möglichst immer mit Blaulicht fahren sollten, auch leer, damit sie schnell wieder bei den Wachen und einsatzbereit sind.Später kamen auch noch Einsätze nach Gewittern hinzu, etwa wegen umgeknickter Bäume. Bis Sonntagmittag seien die Einsatzkräfte mehr als 30 Mal sturmbedingt ausgerückt.Auch in Schleswig-Holstein sorgte Unwetter für vermehrte Einsätze bei Polizei und Feuerwehr. Im Bereich der Polizei-Leitstelle in Elmshorn waren die Beamten bis Sonntagmorgen zu 63 unwetterbedingten Einsätzen ausgerückt. Rund um Kiel sei es zu 57 Einsätzen gekommen. Dabei habe es sich überwiegend um umgestürzte Bäume und überschwemmte Straßen gehandelt, teilten die Sprecher der Leitstellen mit.Ein Reetdachhaus in Rabenholz (Kreis Schleswig-Flensburg) stand nach einem Blitzeinschlag in Flammen. Auch für den Brand eines Gebäudes in Molfsee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) war mutmaßlich Blitzeinschlag die Ursache. Das mehr als 250 Jahre alte Gebäude brannte bis auf die Grundmauern ab. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Bei dem Haus habe es sich bereits um einen Nachbau eines im Jahr 1690 durch einen Blitz zerstörten Gebäudes gehandelt, teilte der Sprecher der Landesmuseen Schleswig-Holstein mit.Einsätze auch auf SeeAuch auf See hatten Rettungskräfte viel zu tun. Vor Langholz in der Gemeinde Waabs (Kreis Rendsburg-Eckernförde) kenterte ein Segelboot, nachdem es während eines Gewitters von einer schweren Sturmböe erfasst worden war. Ein Ehepaar ging über Bord, konnte aber bei einem nächtlichen Einsatz gerettet werden, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte.Zwischen Freitag- und Sonntagmittag fuhren laut DGzRS die rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote mehr als 30 Einsätze auf Nord- und Ostsee. Dabei halfen sie den Angaben zufolge rund 75 Menschen. Der Schwerpunkt der Einsätze lag demnach in der westlichen Ostsee.Nachdem für Sonntag noch einmal starke Hitzebelastung und Unwetter vorhergesagt waren, rechnete der DWD für die Nacht zu Montag im Norden mit Schauern und teils starken Gewittern und fallenden Temperaturen. Im Verlauf des Montags soll vermehrt die Sonne zum Vorschein kommen. Die prognostizierten Höchstwerte fielen mit 23 und 27 Grad deutlich niedriger aus als am Wochenende.dpa-infocom GmbH