Es riecht nach Zeitung, wenn man ins Büro der Fußballwoche eintritt. Zwei Tesafilm-Streifen halten ein Foto an der Wand, auf dem ein tätowierter Fußballfan ein Bier trinkt. Auf den Tischen liegen Sportzeitschriften, Wimpel von Hertha BSC oder vom SC Tasmania, vor allem aber liegen überall die alten Ausgaben der FuWo. Wenn sie nicht auf den Tischen verteilt sind, liegen die alten Zeitungen in gelben Kisten im Regal zwischen hunderten Büchern, deren dunkelblauer Einband alle Ausgaben eines Jahres umschließt. 1923 steht auf einer dieser Sammlungen, das Jahr, in dem die erste Ausgabe der Fußballwoche herauskam.2025 ist die bislang letzte Ausgabe der FuWo erschienen. Mehr als hundert Jahre lang hatte die Zeitung über den Berliner Fußball informiert – bis runter zur Kreisliga. Im vergangenen Jahr wurde die Produktion eingestellt. Doch nun geht es weiter.
Die Idee hatte Papa
Der Name bleibt bestehen, der Eigentümer hat sich verändert. Tino Löst heißt der Mann, der der Fußballwoche neues Leben einhauchen will. „Eigentlich ist mein Papa auf die Idee gekommen. Der gesagt hat: Mensch, da müssen wir was machen“, erzählt Löst. Er und sein Vater hatten eine besondere Beziehung zur FuWo: „Ich habe von 1998 bis 2024 immer die Abschlusstabellen und Berichte über unseren Verein, Eintracht Mahlsdorf, fotografiert. Daraus haben wir ihm ein Legendenheft gebastelt.“Der Kontakt war leicht hergestellt, Horst Bläsig, den bisherigen Eigentümer der FuWo, kannte er schon. Nach einigem Hin und Her stand fest: Löst kauft die Zeitung. „Es wäre einfach schade, wenn sie nicht mehr da gewesen wäre“, sagt er.







