Manuel Neuer war als Erster auf dem Trainingsplatz. Wie immer. Julian Nagelsmann sauste auf einem Spezial-Bike um die Kurve, Joshua Kimmich folgte mit großer Sportbrille. Die Bilder vor dem Abschlusstraining in Foxborough sollten vor allem eines vermitteln: Ruhe. Kontrolle. Kein Grund zur Panik.Und doch ist die Lage für die deutsche Nationalmannschaft vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay am Montagabend (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) eine besondere. Denn für die DFB-Elf beginnt nun ein Abschnitt, den eine ganze Spielergeneration kaum noch kennt. Zum ersten Mal seit dem WM-Triumph von Rio de Janeiro 2014 bestreitet Deutschland wieder ein K.o.-Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.
Zweimal in Folge scheitert Deutschland in der Vorrunde
Zwölf Jahre ist es her, dass Mario Götze im Maracanã-Stadion gegen Argentinien den entscheidenden Treffer zum vierten Stern erzielte. Zwölf Jahre, in denen eine ganze Generation von Nationalspielern aufgewachsen ist, ohne jemals den Nervenkitzel eines Alles-oder-nichts-Spiels bei einer WM erlebt zu haben. In Russland 2018 scheiterte Deutschland als Titelverteidiger sensationell erstmals in der DFB-Historie bereits in der Vorrunde. Vier Jahre später in Katar folgte das nächste Debakel. Wieder war nach drei Gruppenspielen Schluss.Entsprechend ungewöhnlich liest sich die Erfahrungsliste im aktuellen Kader. Nur ein einziger Spieler weiß überhaupt, wie es sich anfühlt, ein WM-K.o.-Spiel zu gewinnen: Manuel Neuer. Der Kapitän stand 2014 bei allen vier deutschen Siegen in der K.o.-Runde auf dem Platz – beim mühsamen 2:1 nach Verlängerung gegen Algerien, beim legendären 7:1 gegen Brasilien und schließlich im Finale gegen Argentinien, das in der Verlängerung durch den Götze-Treffer gewonnen wurde.













