Wir schreiben das Jahr 2031: Die europäische Wirtschaft liegt in Trümmern, während die USA und China die Welt dominieren. Während amerikanische und chinesische Konzerne dabei sind, die Reste der europäischen Auto- und Robotik-Industrie zusammenzukaufen, bleibt den Europäern nur noch ein letzter, wertvoller Konzern: ASML. Die Amerikaner üben direkten politischen Druck aus, um den Konzern zu bekommen, während die Chinesen damit drohen, die letzten verbliebenen Kreditlinien für die Europa zu kappen. Die Union zerfällt. Das alles könnte passieren, wenn das spekulative Szenario „Europa 2031“ eintritt, das von Brüsseler Think-Tank-Experten veröffentlicht wurde.Anzeige
Weil der Text just vor dem Beschluss der US-Regierung veröffentlicht wurde, ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf Anthropics KI-Modell Fable zu verweigern, und einen ganz ähnlichen Eingriff vorhersagt, „verbreitete sich das Szenario wie ein Lauffeuer – und schürte eine hitzige Diskussion über die Dringlichkeit der technologischen Souveränität der EU“, berichtet der Guardian.
Die Autorinnen und Autoren hoffen, „dass das Szenario Europa zu einer drastischen Kurskorrektur in Sachen KI anspornen wird.“ Denn Maßnahmen wie das European Technological Sovereignty Package reichen nach ihrer Logik nicht aus, um den technologischen Anschluss zu halten. Was ist dran an ihren Argumenten? Um das zu verstehen, lohnt sich ein kritischer Blick auf die Prämissen des Szenarios.Anzeige







