PfadnavigationHomePolitikDeutschlandManfred GüllnerForsa-Chef rechnet mit Merz ab – „Als Kanzler macht er viel falsch“Stand: 12:06 UhrLesedauer: 2 MinutenBundeskanzler Friedrich Merz Quelle: Getty Images/PoolDer Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa bezeichnet den Vertrauensverlust von Friedrich Merz als „beispiellos“. Der Bundeskanzler habe in den vergangenen Monaten einige entscheidende Fehler gemacht.Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, bezeichnet den Umfrageabsturz von Bundeskanzler Friedrich Merz als „beispiellos“. Im Interview mit dem „Tagesspiegel“ führt Güllner aus, Merz habe bereits 2002 – damals war er Fraktionsvorsitzender der Union – als unsympathisch gegolten: „In allen Ranglisten lag er weit hinten. Bei Frauen, Jungen und Ostdeutschen bekam er nie Zuspruch.“ Im Politikerranking des Meinungsforschungsinstituts Insa belegt Merz Anfang Juni den letzten Platz. In jüngsten Umfragen verliert die Union deutlich an Zustimmung im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl, bei der CDU und CSU noch 28,5 Prozent erreichten. Laut Allensbach kommt sie derzeit nur auf 24 Prozent, in der jüngsten YouGov-Umfrage sogar lediglich auf 20 Prozent.Güllner kritisiert auch den Bundestagswahlkampf des CDU-Chefs im Jahr 2025. „Die Abstimmung mit der AfD war ein Debakel“, so der Forsa-Chef. Merz hätte zudem statt auf das Thema Migration auf Wirtschaft setzen müssen. Güllners Fazit: „Als Kanzler macht er viel falsch, redet über die Köpfe der Menschen hinweg und hört offenbar auf Berater, die eher Claqueure sind.“„Viele fühlen sich abgeschreckt von deren derzeitigem Angebot“Ein möglicher Weg aus der Unbeliebtheit könnte die Verabschiedung der Rentenreform sein. „Ein guter und akzeptierter Rentenkonsens könnte die Unzufriedenheit mit Merz und seiner Regierung zumindest etwas mildern“, analysiert Güllner. Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte am Dienstag ein Gesamtkonzept für einen tiefgreifenden Umbau der Altersvorsorge vorgestellt. Merz kündigte an, das Konzept komplett umzusetzen. Güllner bescheinigt der CDU trotz schlechter Umfragewerte dennoch ein Wählerpotenzial von 45 Prozent – und der SPD sogar 46 Prozent. „Viele, viele Millionen Wahlberechtigte sind an sich Unions- oder SPD-geneigt, fühlen sich aber abgeschreckt von deren derzeitigem inhaltlichem und personellem Angebot.“ Lesen Sie auchSie würden sich nach einer CDU, CSU oder SPD sehnen, wie es sie früher gab. Vor allem die SPD habe auf die falschen Themen gesetzt, sagte der Meinungsforscher im Tagesspiegel-Interview. Lesen Sie auchDie Sozialdemokraten hätten zu lange für den Mindestlohn und das Bürgergeld gekämpft, so Güllner. „Das hat Millionen Menschen in regulären Jobs, vor allem in der Industrie, verprellt und von der SPD vertrieben. Die Folge: In Baden-Württemberg etwa haben nur vier von 100 Wahlberechtigten die SPD gewählt.“Dennoch würden die wenigsten Deutschen wollen, dass die SPD als Partei verschwindet. „Fast jeder Zweite schätzt diese altehrwürdige Partei nach wie vor. Millionen Menschen würden deshalb gerne SPD wählen, können es aber nicht, weil ihnen Programm oder Personal nicht passen“, so Güllner.jho
Manfred Güllner: Forsa-Chef rechnet mit Merz ab – „Als Kanzler macht er viel falsch“ - WELT
Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa bezeichnet den Vertrauensverlust von Friedrich Merz als „beispiellos“. Der Bundeskanzler habe in den vergangenen Monaten einige entscheidende Fehler gemacht.
Forsa-Chef dokumentiert Merz' beispiellosen Vertrauensverlust: Union fällt von 28,5% auf 20% durch AfD-Deal und Fokus auf Migration statt Wirtschaft. Rentenreform könnte Unzufriedenheit mildern, doch Millionen Wähler suchen alte CDU/SPD-Modelle, die Merz nicht bietet.






