Harry Kane ist zum alleinigen WM-Rekordtorschützen der englischen Fußball-Nationalmannschaft aufgestiegen. Der Stürmer von Bayern München erzielte im letzten Gruppenspiel gegen Panama seinen elften WM-Treffer und überholte damit den bisherigen Rekordhalter Gary Lineker (10). Durch seinen Doppelpack zum Auftakt gegen Kroatien (4:2) war der Kapitän der Three Lions zuvor schon gleichgezogen.Kane ist schon bei der dritten WM erfolgreich: 2018 in Russland war er mit sechs Treffern Torschützenkönig gewesen, 2022 in Katar gelangen ihm zwei Tore. 2026 in den USA, Mexiko und Kanada benötigte Kane nur eine Halbzeit für die identische Ausbeute. In der langen Liste englischer Nationalspieler traf nur David Beckham ebenfalls bei drei Weltmeisterschaften (1998, 2002, 2006). Kane ist ohnehin schon mit großem Vorsprung Englands Rekordtorschütze (82). Dahinter folgt Wayne Rooney mit 53 Toren. (sid)F.A.Z.-Autor Daniel Theleweit hat sich nach Englands 2:0-Erfolg gegen Panama mit den Zweifeln beim Team von Thomas Tuchel beschäftigt. Seinen Text lesen Sie hier: Florian ErbeSüdafrikas WM-Trainer Hugo Broos stellt sein Karriereende beim südafrikanischen Verband infrage. „Vor Monaten habe ich gesagt, es muss jetzt rum sein, ich bin 74. Ich war 19, als ich meinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben habe. Das sind 55 Jahre im Fußball, das muss jetzt das Ende sein. Aber je näher das Ende kommt, desto mehr denkst du darüber nach“, sagte der Belgier vor dem Sechzehntelfinale seines Teams gegen Ko-Gastgeber Kanada im Los-Angeles-Stadion. „Wir werden sehen. Ich weiß es im Moment nicht.“Broos betonte in der Pressekonferenz, dass er seine Enkel vermisse und mehr Zeit mit der Familie verbringen wolle. „Ich stehe zu meiner Entscheidung, aber ich habe auch immer gesagt, dass ich nicht nach Hause gehen will und auf der Couch einen Kaffee trinken. Ich habe noch zu viel Energie. Vielleicht finden wir eine Lösung, für die ich weniger in Südafrika sein muss und mehr Zeit mit meiner Familie habe, wenn das möglich ist.“Broos hatte 2021 die Bafana Bafana übernommen und das Team erstmals in seiner Geschichte in die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft geführt. „Wir können jetzt schon sagen, dass die WM ein Erfolg ist für uns“, sagte er. „Wenn du hier bist, dann willst du auch gewinnen.“ Sollte Südafrika der Einzug ins Achtelfinale gelingen, „dann wäre das wirklich ein Wunder für Bafana Bafana“, sagte er. (dpa)Florian ErbeDen Moment, in dem für den Iran eine Welt zusammenbrach, dürften viele Menschen in der Islamischen Republik schon gar nicht mehr mitbekommen haben. Algerien und Österreich schoben sich den Ball hin und her und hatten sich wohl mit einem Remis zufrieden gegeben, ehe das Spiel in Kansas City nochmal eine aberwitzige Wendung nahm. Am Ende stand dennoch fest: Der Iran hat vergebens gezittert und die K.o.-Runde der Fußball-WM verpasst.Durch das spektakuläre 3:3 (1:1) zwischen Algerien und Österreich im allerletzten Spiel der XXL-Vorrunde mit zwei Treffern in der Nachspielzeit landete der Iran in der Tabelle der Gruppendritten auf Rang neun, nur die besten acht schafften den Sprung ins Sechzehntelfinale. Einzig der Senegal schaffte es mit drei Punkten, aber eben einem positiven Torverhältnis in die nächste Runde.Das iranische Team von Trainer Amir Ghalenoei hatte am Freitag (Ortszeit) zum Gruppenabschluss ein 1:1 gegen Ägypten geholt. Das dritte Remis und damit drei Punkte und eine ausgeglichene Tordifferenz reichten letztlich nicht. Auch Schottland und Südkorea hatten am Samstag (Ortszeit) vergeblich gehofft und müssen wie schon zuvor Uruguay die Heimreise antreten. (sid) Florian ErbeOranje-Star Cody Gakpo bleibt trotz seines persönlichen Schicksalsschlags beim niederländischen Nationalteam. Der Stürmer des FC Liverpool hatte kurz vor dem ersten K.-o.-Rundenspiel gegen Marokko in Monterrey zusammen mit seiner Freundin öffentlich gemacht, dass der zweite Sohn des Paares während der Schwangerschaft gestorben ist.Nach Rücksprache mit seiner Freundin habe Gakpo aber entschieden, die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko zu Ende zu spielen, teilte der Verband mit. Der KNVB werde alles tun, Gakpo und seine Freundin in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, hieß es in der Mitteilung.Gakpo und seine Freundin hatten am 30. Mai via Instagram verkündet, dass sie wieder Nachwuchs erwarten. Das Paar hat bereits einen zwei Jahre alten Sohn. Der 27-Jährige bat via Instagram darum, die Privatsphäre seiner Familie zu respektieren. „Das ist eine unglaublich schwere Zeit für unsere Familie“, schrieb Gakpo in seiner Instagram-Story. (dpa)Florian ErbeSchottlands Trainer Steve Clarke ist nach dem feststehenden Aus bei der Fußball-WM zurückgetreten. Das teilte der schottische Verband am Samstag mit. Clarke (62) hatte das Team sieben Jahre lang trainiert und zur ersten WM-Teilnahme seit 28 Jahren geführt. Für Schottland (3 Punkte, -3 Tore) reichte es nicht für einen Platz unter den acht besten Gruppendritten. „Der emotionalste Teil dieses Abschieds gilt meinen Spielern, ohne die wir keine der Erinnerungen hätten, die wir von 2019 bis heute gesammelt haben. Sie verdienen all das Lob und die Bewunderung, die ihnen zuteil werden, und es war mir wirklich eine Ehre, ihr Trainer genannt zu werden“, wird Clarke in einer Verbandsmitteilung zitiert.Die Schotten hatten zum Auftakt mit 1:0 gegen Haiti gewonnen, in der Folge aber gegen Marokko (0:1) und Brasilien (0:3) verloren. Drei Tage nach der letzten schottischen Partie stand das Aus am Samstag fest. Die schottischen Fans, genannt „Tartan Army“, hatten an den Spielorten Boston und Miami während der WM für reichlich Stimmung gesorgt. (sid)Florian ErbeGute Nachricht vor dem ersten K.-o.-Spiel der Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft: Nathaniel Brown ist zurück im Teamtraining. Der 23 Jahre alte Außenverteidiger war nach DFB-Angaben bei der geschlossenen Übungseinheit zwei Tage vor dem Sechzehntelfinale am Montag (22.30 Uhr, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV) gegen Paraguay mit dabei. Damit sind die Einsatzchancen des Frankfurter WM-Debütanten für die Partie in Foxborough deutlich gestiegen. Brown, der vor einem Wechsel zum FC Bayern München steht, hatte beim 1:2 gegen Ecuador wegen muskulärer Probleme gefehlt. Der Leipziger David Raum überzeugte als Ersatzmann links hinten nicht. „Wir hoffen alle, dass es funktioniert“, hatte Sportdirektor Rudi Völler wenige Stunden vor der Trainingseinheit in Winston-Salem gesagt. Brown hat sich auf der linken Abwehrseite den Stammplatz erkämpft. Völler nannte die sportliche Entwicklung des Youngsters „atemberaubend“. Laut Verband nahmen zum Auftakt der kurzen Vorbereitung auf Paraguay alle 22 Feldspieler und die Torhüter um Manuel Neuer am Training teil. (dpa)Fabian DrahmouneThomas Tuchel will sich als englischer Nationaltrainer mit Ratschlägen für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bunds zurückhalten. „Ich verfolge natürlich das deutsche Team. Aber mein Herz schlägt für das englische Team bei dieser WM, dort liegt mein Fokus“, sagte Tuchel nach dem 2:0 Englands gegen Panama, das den Gruppensieg bei der WM sicherte.Der 52 Jahre alte frühere Bundesligacoach lobte Bundestrainer Julian Nagelsmann und die DFB-Auswahl jeweils als „top“. „Sie finden selbst ihre Lösungen“, sagte Tuchel und erklärte lachend: „Wenn sie irgendetwas nicht brauchen, dann ist es mein Rat.“Deutschland hatte zuletzt beim 1:2 gegen Ecuador geschwächelt und bekommt es als Gruppensieger am Montag (22.30 Uhr MESZ) in Foxborough mit Paraguay zu tun. England und Tuchel treffen in Atlanta auf die Demokratische Republik Kongo.Fabian DrahmouneDer schottische Nationaltrainer Steve Clarke hat sein Amt nach dem feststehenden Aus bei der Fußball-WM niedergelegt. „Natürlich sind wir alle enttäuscht, dass wir bereits in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft ausgeschieden sind“, sagte Verbandschef Ian Maxwell einer Mitteilung zufolge. „Dennoch dürfen wir die unbestreitbaren Fortschritte unter Steve in den vergangenen sieben Jahren nicht aus den Augen verlieren.“Schottland hatte in der Gruppe C hinter Brasilien und Marokko mit drei Punkten nur Platz drei belegt. Nach mehreren Tagen Wartezeit stand das Aus dann nach weiteren Gruppenspielen am Samstagabend endgültig fest. Der 62 Jahre alte Clarke dankte seinen Spielern in einem offenen Brief. „Ohne sie hätten wir all die Erinnerungen, die wir seit 2019 bis heute gesammelt haben, niemals erleben können“, sagte er. „Sie verdienen jedes Lob und jede Anerkennung, die ihnen entgegengebracht wird, und es war mir eine große Ehre, ihr Trainer zu sein.“Fabian DrahmouneEuropameister Spanien hat vor seinem ersten K.-o.-Duell bei dieser Fußball-WM Sorgen im Sturm. Für Yéremy Pino könnte die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko nach einer Verletzung vorzeitig beendet sein. Zudem droht den Iberern der Ausfall von Nico Williams. Der 23-Jährige von Athletic Bilbao war im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay (1:0) von Nicolas de la Cruz gefoult worden und humpelte anschließend auf dem rechten Bein.„Heute ist einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Ich habe mich nach einem sehr schwierigen Jahr erneut verletzt“, schrieb Williams, der in dieser Saison unter anderem mit Leistenbeschwerden zu kämpfen hatte, in den sozialen Medien. Sein Gegenspieler habe ihm „aus Frustration, Unzufriedenheit und Traurigkeit“ eine Verletzung zugefügt, die hätte „vermieden werden können, da sie völlig unnötig war. Aber auch das wird mich nicht aufhalten.“Williams versicherte, dass seine Geschichte noch nicht zu Ende sei, „wir sehen uns so bald wie möglich bei dieser Weltmeisterschaft“. Eine Mitteilung der spanischen Nationalmannschaft über seinen Status stand zunächst aus. (dpa)Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es bei der Fußball-Weltmeisterschaft abermals mit Schiedsrichter Jalal Jayed zu tun. Der Marokkaner leitet am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) im Boston Stadium in Foxborough die Partie im Sechzehntelfinale zwischen der DFB-Elf und Paraguay. Das teilte der Weltverband FIFA mit.Der 39-Jährige hatte bereits das deutsche Auftaktspiel am 14. Juni beim 7:1-Sieg gegen WM-Neuling Curaçao in Houston geleitet. Unterstützt wird Jayed dabei an den Seitenlinien erneut von seinen Landsleuten Zakaria Brinsi und Mostafa Akarkad. Vierter Offizieller ist Ma Ning aus China.Für Jayed ist es bereits das dritte Spiel bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko. Nach dem deutschen Kantersieg war der Marokkaner auch beim 5:0-Sieg Portugals mit zwei Treffern von Cristiano Ronaldo gegen den Turnier-Debütanten Usbekistan im Einsatz. (dpa)Nach Lothar Matthäus wirbt der nächste Weltmeisterkapitän für eine sofortige Rückversetzung von Joshua Kimmich ins Mittelfeld der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – die Diskussion gewinnt Fahrt. „Aleksandar Pavlovic hat in diesem Turnier noch nicht wirklich überzeugt, ich erkenne unglaublich viele leichte Ballverluste“, schrieb Philipp Lahm in seiner WM-Kolumne für den kicker. „Er ist nicht optimal positioniert auf dem Feld. Ich sehe deshalb Joshua Kimmich im Mittelfeld." Kimmich, bei Bundestrainer Julian Nagelsmann Kapitän und derzeit Rechtsverteidiger, habe „dort etwa zehn Jahre auf hohem Niveau gespielt, in der Nationalelf wie beim FC Bayern. Er würde der Mannschaft Stabilität geben, seine Stärken würden deutlich mehr sichtbar werden.“ Kimmich könne „der Defensive helfen, genau wie der Offensive mit seinen tiefen Pässen“. An seine Seite passe derzeit Felix Nmecha besser, somit „müsste Pavlovic aus der Startelf weichen“, schrieb Lahm. Er schlug vor, den Dortmunder Waldemar Anton am Montag im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough hinten rechts aufzubieten: „Ob links Nathaniel Brown oder David Raum spielt, macht keinen großen Unterschied. Rechts hinten tut man jedoch Kimmich keinen Gefallen. Seine Stärken und Führungsqualitäten sind im Mittelfeld gefragt.“DFB-Sportdirektor Rudi Völler umdribbelte die Frage während seiner Pressekonferenz am Samstag. Kimmich sei „da, wo er spielt, ganz gut aufgestellt“, sagte er. Nagelsmann hat einen erneuten Positionswechsel bisher abgelehnt, nach der Niederlage gegen Ecuador (1:2) betonte er aber auch: „Im Fußball sollte man nichts ausschließen.“ (sid)F.A.Z.-Autor Christian Kamp hat sich ebenfalls mit der Frage beschäftigt, ob Kimmich nicht doch besser im Zentrum aufgehoben wäre. Seinen Text lesen Sie hier: DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat am Rande der Weltmeisterschaft einmal mehr die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs herausgestellt. „Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus widersprechen den Werten des Fußballs. Sie widersprechen den Regeln der Menschlichkeit. Und deshalb setzen wir ihnen etwas entgegen: Unseren Fußball. Und damit Fair Play, Respekt und Zusammenhalt. Der DFB steht klar für Vielfalt und gegen jede Form der Ausgrenzung – dieser Anspruch ist in unserer Satzung verankert und prägt unser Handeln“, sagte Neuendorf bei einem Panel im UN-Gebäude in New York City.Neuendorf wies dabei erneut auch auf die aus der „teilweise beschämenden“ Geschichte erwachsene besondere Verantwortung des DFB hin. Der Verband und die meisten seiner Repräsentanten hätten sich mit dem NS-Regime gemein gemacht, sagte der 64-Jährige: „Gerade, wenn ich das Geschehen in Deutschland, in der Welt betrachte, dann habe ich das Gefühl, die Erinnerung verblasst.“ Es gebe Kräfte, die sich dies wünschten, „deshalb müssen wir klar sagen, heute und in Zukunft: Nie wieder!“Der DFB-Präsident sprach auf Einladung der Vereinten Nationen (UN), des World Jewish Congress und der NGO „what matters“ bei einer Veranstaltung mit dem Thema „More than 90 Minutes – Sport and Football as a Platform to Fight Antisemitism and Discrimination“.Bereits zu Beginn des Turniers hatte sich Neuendorf mit DFB-Generalsekretär Holger Blask und Sportdirektor Rudi Völler ein Bild von der Mexiko-Hilfe der DFB-Stiftung Egidius Braun gemacht. Der langjährige DFB-Präsident Braun habe vorgelebt, so Neuendorf, „was eigentlich selbstverständlich ist, was uns allen doch eigentlich von Natur aus gegeben sein sollte: Menschlich zu sein. Menschlichkeit zu zeigen, Menschlichkeit zu leben.“ (sid)Wen ruft die deutsche Nationalmannschaft, wenn die Zeiten unruhig sind? Rudi Völler, der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), ist dann ein gern gewählter Gesprächspartner – auch nach dem 1:2 gegen Ecuador im dritten Spiel dieser WM. Zwar ging es nach dem feststehenden Gruppensieg nicht mehr um viel, die Niederlage warf dennoch Fragen auf – Fragen für einen Rudi Völler. Die beantwortete er am Samstagmorgen auf dem Gelände der Wake Forest University, wo sich die Nationalmannschaft auf das Sechzehntelfinale gegen Paraguay vorbereitet, in Rudi-Völler-Manier. „Ich bin völlig beruhigt und relaxt, die Mannschaft wird alles reinhauen“, sagte er und wollte damit alle beruhigen, indem er prognostizierte „dass wir alles rausholen, absolut ans Limit gehen, ein richtig gutes Spiel machen und in die nächste Runde einziehen“. Was in Foxborough in der Nähe von Boston zu beweisen wäre. Dann wartet mit Paraguay ein Gegner, der ähnlich wie die Elfenbeinküste und Ecuador körperlich sehr stark ist. Das war eine Schwachstelle der Deutschen, die auch Julian Nagelsmann auch erkannt hat: „Körperlichkeit ist schwer zu trainieren. Bis Montag werden wir uns nichts auftrainieren können im Oberkörperbereich“, sagte er. Auch dafür hatte Völler eine Beruhigung parat. „Wir haben Spieler, die das total gewohnt sind“, sagte er. „Wir kennen diese Spielweise. Es sollte nichts Außergewöhnliches sein.“ Die deutschen Nationalspieler würden „richtig gut dagegenhalten. Da bin ich fest von überzeugt.“ Das verlorene Spiel vom Donnerstag wollte er sowieso nicht als Maßstab nehmen: „Das war für Ecuador das Spiel der Spiele der letzten 20 oder 30 Jahre.“Zum Abschluss blieb sein Fazit: „Jetzt geht die WM richtig los!" Diesen Start der K.-o.-Runde erlebten die Deutschen bei den beiden Weltmeisterschaften zuvor gar nicht erst. Doch wenn es losgeht, kann es auch schnell vorbei sein. Das weiß auch ein Rudi Völler: „Das ist ein K.-o.-Spiel: Runde weiter oder nach Hause fahren.“Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig vom Deutschen Fußball-Bund hat über den Druck vor dem anstehenden Sechzehntelfinale bei der WM gegen Paraguay gesprochen. „Wir wissen, dass wir nun das Messer am Hals haben in den K.-o.-Spielen. Das hatten wir schon einmal gegen die Slowakei. Auch da war der Druck groß. Wir werden am Montag das Slowakei-Gesicht sehen und nicht das Ecuador-Gesicht“, sagte der 63-Jährige bei MagentaTV vor der Partie der DFB-Elf am Montag (22.30 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV).Rettig spielte auf die Partie gegen die Slowakei an im November an, als den Deutschen in der WM-Qualifikation bei einer Pleite eine unangenehme Extraschicht in den WM-Playoffs drohte. Doch die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann bewältigte den Druck, siegte deutlich mit 6:0 und löste das WM-Ticket. Die 1:2-Pleite gegen Ecuador zuletzt sei laut Rettig verdient gewesen. „Da muss man nichts schönreden“, sagte er. Er zeigte zugleich wenig Verständnis für Kritik an Nagelsmann. „Ich muss schon schmunzeln, dass einige nach dem Spiel erstaunt waren, wie Julian Nagelsmann seine Spieler verteidigt. Das erwarte ich von einem Trainer“, bekräftigte der Funktionär. (dpa)Nationalspieler Deniz Undav kann seinem späten Durchbruch als Profifußballer auch positive Seiten abgewinnen. „Es war ein sehr harter Weg, der aber auch viel Spaß gemacht hat“, sagte der 29-Jährige, der als Jugendlicher eine Ausbildung zum Maschinenführer absolviert hatte, am Rande der WM bei DFB-TV: „Ich habe viele Facetten im Leben gesehen. Ich bin froh, dass ich es so geschafft habe und nicht gezüchtet worden bin.“Undav hatte in seinen jungen Jahren in einer Fabrik gearbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, während er gleichzeitig als Amateurfußballer unterwegs war. „Es hat sich nicht so schlimm angefühlt. Ich bin um 4.00 Uhr aufgestanden, um 4.30 zur Bushaltestelle gegangen, mit dem Bus 40 Minuten gefahren, dann 35 bis 40 Minuten zu Fuß zur Firma ins Industriegebiet. Später wieder der Weg zurück – irgendwo was essen, Sachen packen, zum Training. Zwei Jahre lang“, erzählt er.Undav hatte den Durchbruch erst über Umwege geschafft, bis 2020 spielte er noch beim SV Meppen. Zuvor schien eine Profikarriere weit weg. „Fußball war und ist mein Leben. Ich wollte aus Spaß weiterspielen. Ich habe gedacht: 2000 Euro mit dem Job, 600 bis 700 Euro mit dem Fußball, dann habe ich ein brutales Leben“, erzählt er nun.Bei der WM führte der Stuttgarter das DFB-Team als Joker mit drei Toren zum Gruppensieg. Eine Entwicklung, die lange Zeit nicht denkbar war. „Der Traum war es nicht mehr, ich habe gar nicht daran geglaubt. Ich dachte, ich spiele noch 14, 15 Jahre auf dem Niveau, bekomme vielleicht irgendwann 1200 Euro und mache meinen Job weiter“, sagte er. (sid)Mehr ladenTickarooLive Blog Software