Nach Lothar Matthäus wirbt der nächste Weltmeisterkapitän für eine sofortige Rückversetzung von Joshua Kimmich ins Mittelfeld der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – die Diskussion gewinnt Fahrt. „Aleksandar Pavlovic hat in diesem Turnier noch nicht wirklich überzeugt, ich erkenne unglaublich viele leichte Ballverluste“, schrieb Philipp Lahm in seiner WM-Kolumne für den kicker. „Er ist nicht optimal positioniert auf dem Feld. Ich sehe deshalb Joshua Kimmich im Mittelfeld." Kimmich, bei Bundestrainer Julian Nagelsmann Kapitän und derzeit Rechtsverteidiger, habe „dort etwa zehn Jahre auf hohem Niveau gespielt, in der Nationalelf wie beim FC Bayern. Er würde der Mannschaft Stabilität geben, seine Stärken würden deutlich mehr sichtbar werden.“ Kimmich könne „der Defensive helfen, genau wie der Offensive mit seinen tiefen Pässen“. An seine Seite passe derzeit Felix Nmecha besser, somit „müsste Pavlovic aus der Startelf weichen“, schrieb Lahm. Er schlug vor, den Dortmunder Waldemar Anton am Montag im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough hinten rechts aufzubieten: „Ob links Nathaniel Brown oder David Raum spielt, macht keinen großen Unterschied. Rechts hinten tut man jedoch Kimmich keinen Gefallen. Seine Stärken und Führungsqualitäten sind im Mittelfeld gefragt.“DFB-Sportdirektor Rudi Völler umdribbelte die Frage während seiner Pressekonferenz am Samstag. Kimmich sei „da, wo er spielt, ganz gut aufgestellt“, sagte er. Nagelsmann hat einen erneuten Positionswechsel bisher abgelehnt, nach der Niederlage gegen Ecuador (1:2) betonte er aber auch: „Im Fußball sollte man nichts ausschließen.“ (sid)F.A.Z.-Autor Christian Kamp hat sich ebenfalls mit der Frage beschäftigt, ob Kimmich nicht doch besser im Zentrum aufgehoben wäre. Seinen Text lesen Sie hier: DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat am Rande der Weltmeisterschaft einmal mehr die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs herausgestellt. „Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus widersprechen den Werten des Fußballs. Sie widersprechen den Regeln der Menschlichkeit. Und deshalb setzen wir ihnen etwas entgegen: Unseren Fußball. Und damit Fair Play, Respekt und Zusammenhalt. Der DFB steht klar für Vielfalt und gegen jede Form der Ausgrenzung – dieser Anspruch ist in unserer Satzung verankert und prägt unser Handeln“, sagte Neuendorf bei einem Panel im UN-Gebäude in New York City.Neuendorf wies dabei erneut auch auf die aus der „teilweise beschämenden“ Geschichte erwachsene besondere Verantwortung des DFB hin. Der Verband und die meisten seiner Repräsentanten hätten sich mit dem NS-Regime gemein gemacht, sagte der 64-Jährige: „Gerade, wenn ich das Geschehen in Deutschland, in der Welt betrachte, dann habe ich das Gefühl, die Erinnerung verblasst.“ Es gebe Kräfte, die sich dies wünschten, „deshalb müssen wir klar sagen, heute und in Zukunft: Nie wieder!“Der DFB-Präsident sprach auf Einladung der Vereinten Nationen (UN), des World Jewish Congress und der NGO „what matters“ bei einer Veranstaltung mit dem Thema „More than 90 Minutes – Sport and Football as a Platform to Fight Antisemitism and Discrimination“.Bereits zu Beginn des Turniers hatte sich Neuendorf mit DFB-Generalsekretär Holger Blask und Sportdirektor Rudi Völler ein Bild von der Mexiko-Hilfe der DFB-Stiftung Egidius Braun gemacht. Der langjährige DFB-Präsident Braun habe vorgelebt, so Neuendorf, „was eigentlich selbstverständlich ist, was uns allen doch eigentlich von Natur aus gegeben sein sollte: Menschlich zu sein. Menschlichkeit zu zeigen, Menschlichkeit zu leben.“ (sid)Wen ruft die deutsche Nationalmannschaft, wenn die Zeiten unruhig sind? Rudi Völler, der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), ist dann ein gern gewählter Gesprächspartner – auch nach dem 1:2 gegen Ecuador im dritten Spiel dieser WM. Zwar ging es nach dem feststehenden Gruppensieg nicht mehr um viel, die Niederlage warf dennoch Fragen auf – Fragen für einen Rudi Völler. Die beantwortete er am Samstagmorgen auf dem Gelände der Wake Forest University, wo sich die Nationalmannschaft auf das Sechzehntelfinale gegen Paraguay vorbereitet, in Rudi-Völler-Manier. „Ich bin völlig beruhigt und relaxt, die Mannschaft wird alles reinhauen“, sagte er und wollte damit alle beruhigen, indem er prognostizierte „dass wir alles rausholen, absolut ans Limit gehen, ein richtig gutes Spiel machen und in die nächste Runde einziehen“. Was in Foxborough in der Nähe von Boston zu beweisen wäre. Dann wartet mit Paraguay ein Gegner, der ähnlich wie die Elfenbeinküste und Ecuador körperlich sehr stark ist. Das war eine Schwachstelle der Deutschen, die auch Julian Nagelsmann auch erkannt hat: „Körperlichkeit ist schwer zu trainieren. Bis Montag werden wir uns nichts auftrainieren können im Oberkörperbereich“, sagte er. Auch dafür hatte Völler eine Beruhigung parat. „Wir haben Spieler, die das total gewohnt sind“, sagte er. „Wir kennen diese Spielweise. Es sollte nichts Außergewöhnliches sein.“ Die deutschen Nationalspieler würden „richtig gut dagegenhalten. Da bin ich fest von überzeugt.“ Das verlorene Spiel vom Donnerstag wollte er sowieso nicht als Maßstab nehmen: „Das war für Ecuador das Spiel der Spiele der letzten 20 oder 30 Jahre.“Zum Abschluss blieb sein Fazit: „Jetzt geht die WM richtig los!" Diesen Start der K.-o.-Runde erlebten die Deutschen bei den beiden Weltmeisterschaften zuvor gar nicht erst. Doch wenn es losgeht, kann es auch schnell vorbei sein. Das weiß auch ein Rudi Völler: „Das ist ein K.-o.-Spiel: Runde weiter oder nach Hause fahren.“Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig vom Deutschen Fußball-Bund hat über den Druck vor dem anstehenden Sechzehntelfinale bei der WM gegen Paraguay gesprochen. „Wir wissen, dass wir nun das Messer am Hals haben in den K.-o.-Spielen. Das hatten wir schon einmal gegen die Slowakei. Auch da war der Druck groß. Wir werden am Montag das Slowakei-Gesicht sehen und nicht das Ecuador-Gesicht“, sagte der 63-Jährige bei MagentaTV vor der Partie der DFB-Elf am Montag (22.30 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV).Rettig spielte auf die Partie gegen die Slowakei an im November an, als den Deutschen in der WM-Qualifikation bei einer Pleite eine unangenehme Extraschicht in den WM-Playoffs drohte. Doch die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann bewältigte den Druck, siegte deutlich mit 6:0 und löste das WM-Ticket. Die 1:2-Pleite gegen Ecuador zuletzt sei laut Rettig verdient gewesen. „Da muss man nichts schönreden“, sagte er. Er zeigte zugleich wenig Verständnis für Kritik an Nagelsmann. „Ich muss schon schmunzeln, dass einige nach dem Spiel erstaunt waren, wie Julian Nagelsmann seine Spieler verteidigt. Das erwarte ich von einem Trainer“, bekräftigte der Funktionär. (dpa)Nationalspieler Deniz Undav kann seinem späten Durchbruch als Profifußballer auch positive Seiten abgewinnen. „Es war ein sehr harter Weg, der aber auch viel Spaß gemacht hat“, sagte der 29-Jährige, der als Jugendlicher eine Ausbildung zum Maschinenführer absolviert hatte, am Rande der WM bei DFB-TV: „Ich habe viele Facetten im Leben gesehen. Ich bin froh, dass ich es so geschafft habe und nicht gezüchtet worden bin.“Undav hatte in seinen jungen Jahren in einer Fabrik gearbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, während er gleichzeitig als Amateurfußballer unterwegs war. „Es hat sich nicht so schlimm angefühlt. Ich bin um 4.00 Uhr aufgestanden, um 4.30 zur Bushaltestelle gegangen, mit dem Bus 40 Minuten gefahren, dann 35 bis 40 Minuten zu Fuß zur Firma ins Industriegebiet. Später wieder der Weg zurück – irgendwo was essen, Sachen packen, zum Training. Zwei Jahre lang“, erzählt er.Undav hatte den Durchbruch erst über Umwege geschafft, bis 2020 spielte er noch beim SV Meppen. Zuvor schien eine Profikarriere weit weg. „Fußball war und ist mein Leben. Ich wollte aus Spaß weiterspielen. Ich habe gedacht: 2000 Euro mit dem Job, 600 bis 700 Euro mit dem Fußball, dann habe ich ein brutales Leben“, erzählt er nun.Bei der WM führte der Stuttgarter das DFB-Team als Joker mit drei Toren zum Gruppensieg. Eine Entwicklung, die lange Zeit nicht denkbar war. „Der Traum war es nicht mehr, ich habe gar nicht daran geglaubt. Ich dachte, ich spiele noch 14, 15 Jahre auf dem Niveau, bekomme vielleicht irgendwann 1200 Euro und mache meinen Job weiter“, sagte er. (sid)Als der WM-Showdown mit dem „Schwergewicht“ Deutschland perfekt war, wich der Frust der Vorrunde in Paraguay einer grenzenlosen Vorfreude. „Der Traum geht weiter. Jetzt beginnt das Turnier erst so richtig“, schrieb die Asunción Times über das anstehende K.-o.-Duell mit dem „traditionellen Mitfavoriten“ aus Europa. Der Rumpelfußball der Gruppenphase, die Kritik an Trainer Gustavo Alfaro? Abgehakt, es gibt Wichtigeres.Ecuador hat schließlich vorgemacht, dass auch kleine Nationen aus Südamerika das große Deutschland schlagen können. Das sieht auch Coach Alfaro so. „Natürlich wird es schwer, einen der Top-Favoriten auszuschalten. Aber es ist nicht unmöglich. ‚Unmöglich‘ gibt es nicht. Wir werden mit Gelassenheit in die Partie gehen“, hatte der 63-Jährige schon nach dem 0:0 gegen Australien zum Abschluss der Gruppenphase gesagt.Die Nullnummer hatte durchaus für Kritik gesorgt, die Pressekonferenz nach dem Spiel sei „zeitweise angespannt“ verlaufen, schrieb die Zeitung Ultima Hora. Schon das 1:4 gegen die USA und das eher schmeichelhafte 1:0 gegen die Türkei hatten in der Heimat nicht gerade für Begeisterung gesorgt. Alfaro sah sich prompt zu einer Verteidigungsrede veranlasst.„Ich frage nur: Wisst ihr, wie schwer es war, sich für die WM zu qualifizieren? Wir stehen auf Platz 42 der Weltrangliste!“, sagte er. Seine Spieler seien international kaum bekannt, geschweige denn präsent: „Das ist ein Problem. Warum können sich unsere Spieler nicht durchsetzen? Ich spreche nicht einmal von Europa. Wir können uns auch in Brasilien oder Argentinien nicht durchsetzen.“Tatsächlich spielen nur der am Montag (22.30 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV) in Foxborough bei Boston gelbgesperrt fehlende Mittelfeldspieler Diego Gómez (Brighton), der angeschlagen ausgewechselte Innenverteidiger Omar Alderete (Sunderland) sowie die Angreifer Antonio Sanabria (Cremonese) und Julio Enciso (Straßburg), mit dem Mainz 05 in der Conference League unliebsame Erfahrungen gemacht hatte, in Europa. (sid)Irans Kapitän Mehdi Taremi war sichtlich aufgewühlt. Nach dem 1:1 gegen Ägypten packte er seine Gefühle in deutliche Worte. „Kleinigkeiten entscheiden die Spiele. Da sind Erholung und ein freier Kopf wichtig. Wir haben hier keinen klaren Kopf“, sagte der Stürmer mit Blick auf Reiseeinschränkungen und andere Widrigkeiten für seine Mannschaft bei dieser WM. „Wir können es nicht immer für uns behalten. Wir sind Iran. Manche mögen uns nicht. Aber wir fühlen.“Die furiose Schlussoffensive Irans mit einem in der Nachspielzeit wegen Abseits aberkannten Tor und zwei Lattentreffern hatte im von Debatten begleiteten „Pride Match“ nicht zum Sieg geführt. Taremi schwankte zwischen Ärger und sportlicher Hoffnung. Trotz des verfehlten dreifachen Punktgewinns kann die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei weiter auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Phase bei einer Fußball-WM hoffen. Mit Applaus verabschiedeten sich die Spieler von ihren Fans auf der Tribüne.Iran belegt in der Abschlusstabelle von Gruppe G Rang drei. Seine drei Unentschieden können am Ende reichen, um zu den besten acht Gruppendritten des XXL-Turniers zu gehören. Es wäre der größte Erfolg der iranischen WM-Geschichte.„Ich bin stolz auf sie“, sagte Ghalenoei über seine Spieler und ergänzte mit Blick auf die USA: „Die Gastgeber-Nation hat uns sehr unfair behandelt.“ (dpa)Für seinen Lebenstraum greift Björn Reichard tief in die Tasche. Der Fußball-Fan reist während der WM quer durch Nordamerika. Von Spielort zu Spielort. Immer dorthin, wo die deutsche Mannschaft im Einsatz ist. Ein riesiger Spaß, wie der 47-Jährige berichtet. Aber auch kein günstiger.„Ich gehe davon aus, dass mich die Reise in Summe 12.000 bis 15.000 Euro kosten wird“, sagte Reichard der Deutschen Presse-Agentur. Und Tickets für ein mögliches Halbfinale und Finale hat er noch gar nicht. Seine Schmerzgrenze für eine Karte für das Endspiel am 19. Juli liege bei 3.500 Euro, erklärt er. Das könne sich aber auch noch ändern. Fest steht: Am Final-Tag will er wieder in New York sein. Notfalls eben ohne Ticket. Allein schon wegen der Atmosphäre.Rund 3.200 Euro hat Reichard während der Gruppenphase für Flüge, Hotels und Mietwagen ausgegeben. Die Tickets für die deutschen Spiele hätten ihn 160, 330 und 240 Euro gekostet, rechnet er vor. Dazu kommen die Ausgaben für die Verpflegung. Die Getränkepreise im Stadion hätten ihn etwas „schockiert“, meint Reichard. Da kann ein Bier umgerechnet an die 20 Euro kosten. (dpa)Die ägyptische Fußball-Nationalmannschaft sorgt sich nach dem Einzug in die K.-o.-Phase der WM um ihren Superstar Mohamed Salah. Der Offensivspieler vom FC Liverpool war während der Partie gegen den Iran (1:1) in der 57. Minute ausgewechselt und anschließend dabei gesichtet worden, wie er seinen linken Oberschenkel mit Eis kühlte.„Er wird noch untersucht von den Ärzten, wir warten noch auf den Bericht“, erklärte Trainer Hossam Hassan. Er habe mit Salah schon gesprochen, dieser habe ihm gesagt, es sei keine große Verletzung. „Ich denke, er wird zurück sein. Als ich mit ihm geredet habe, hat er mir versichert, dass alles gut werden wird.“Bis zum Sechzehntelfinale bleibt Ägypten noch fast eine Woche. Als Zweiter der Gruppe G trifft das Team von Hassan am Freitag (20.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und bei Magenta TV) in Dallas auf Australien. (sid)Fabian DrahmouneDie deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft bei der WM im Sechzehntelfinale auf Paraguay. Durch den Sieg Spaniens gegen Uruguay herrscht für das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann nun endgültig Klarheit über den Gegner im ersten K.-o.-Duell. Das Spiel gegen die Südamerikaner findet am Montagabend (22.30 Uhr MESZ) im amerikanischen Foxborough nahe Boston statt.Schon vor dem 1:2 gegen Ecuador im abschließenden Vorrundenspiel stand das deutsche Team als Sieger der Gruppe E fest und musste auf einen Gruppendritten als Gegner für die Runde der letzten 32 warten. Für die Verteilung der Gruppendritten gab es aufgrund des komplexen WM-Modus insgesamt 495 Szenarien – alle verbliebenen ergeben nun schon vor Abschluss der kompletten Vorrunde Paraguay als deutschen Gegner. Schottland und Schweden fielen als letzte mögliche Alternativen heraus.Und auch der weitere Weg durch das Turnier bei einem möglichen Sieg steht schon fest. Sollte Deutschland weiterkommen, geht es gegen den Sieger der Partie zwischen Topfavorit Frankreich und Schweden, die am Dienstag (23.00 Uhr/MESZ) in East Rutherford aufeinandertreffen. Die Franzosen um Superstar Kylian Mbappé haben die Vorrunde mit drei Siegen beendet und am Freitag zum Abschluss mit 4:1 gegen eine B-Elf von Norwegen gewonnen.Zu einem Duell mit dem Weltmeister von 2018 würde es am 4. Juli in Philadelphia kommen. Frankreich stand vor vier Jahren in Qatar im Endspiel und erreichte vor zwei Jahren bei der EM in Deutschland das Halbfinale. Die Offensive um Mbappé, Bayerns Michael Olisé und Champions-League-Sieger Ousmane Dembélé von Paris Saint-Germain ist die wertvollste des Turniers.In einem möglichen Viertelfinale ginge es gegen die Niederlande, Marokko, Ko-Gastgeber Kanada oder Südafrika. (dpa)Fabian DrahmouneDer Fußball-Weltverband FIFA hat der französischen Nationalmannschaft untersagt, im WM-Spiel gegen Norwegen (4:1) am Freitag Trauerflor zu tragen. Der französische Verband FFF wollte mit schwarzen Armbändern seine Verbundenheit mit Nationaltrainer Didier Deschamps zum Ausdruck bringen. Die Mutter von Deschamps wurde am Freitag beerdigt. Sie war am Dienstag verstorben. Deschamps war nach dem zweiten Spiel der Gruppenphase gegen den Irak (3:0) abgereist, um an der Beisetzung teilzunehmen. Er wird am Samstag zurückerwartet. Die FIFA regelt die Ausrüstung auf dem Spielfeld streng und erlaubt Armbinden in der Regel nur für bestimmte, von ihr genehmigte Aufklärungskampagnen. Daher wurden die schwarzen Trauerbänder auf dem Spielfeld nicht zugelassen. Fabian DrahmouneIvan Perisic sieht das kroatische Team trotz der Drucksituation für das entscheidende Gruppenspiel gegen Ghana bestens gerüstet. „Wir können wichtige Spiele. Wir haben in der Vergangenheit in diesen Spielen meistens gute Ergebnisse erzielt. Das werden wir auch diesmal versuchen“, sagte der 37-Jährige vor der Partie am Samstag (23.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV): „Wir wissen, was es braucht und müssen definitiv besser spielen als in den ersten beiden Spielen.“Da hatte Kroatien erst beim 2:4 gegen England in der Defensive und dann beim zittrigen 1:0 gegen Panama spielerisch massive Mängel gezeigt. „Wir müssen konzentrierter in der Defensive sein und dürfen nicht so leicht die Bälle verlieren. Wir müssen den Ball schneller laufen lassen, mehr Chancen kreieren“, sagte Trainer Zlatko Dalic. Das Team wisse um die „Bedeutung“ der Partie. „Wir haben noch nicht das Beste gezeigt.“ Doch nun sei „eine neue Chance“ und „es ist auch an der Zeit“.Die Mannschaft müsse „zeigen, wer Kroatien wirklich ist“. Die Kritik am hohen Altersdurchschnitt durch Routiniers wie Perisic, Luka Modric (40) oder Andrej Kramaric (35) sei nicht verständlich. „Ich bin sicher, dass wir die Grenzen verschieben können. Wir haben noch so viel Hunger in uns, sodass ich mir sicher bin, dass wir noch nicht am Ende sind“, betonte Perisic: „Ich will so lange den Unterschied machen wie möglich und auch als Vorbild für die Jüngeren da sein.“ (sid)Fabian DrahmouneSuperstar Lionel Messi erhält im letzten Gruppenspiel von Fußball-Weltmeister Argentinien gegen Außenseiter Jordanien (Sonntag, 04.00 Uhr MESZ/MagentaTV) eine Pause. Nationaltrainer Lionel Scaloni kündigte am Freitag eine Rotation an, auch der 39-jährige Messi wird zunächst auf der Bank sitzen. „Leo wird ein bisschen später spielen“, sagte Scaloni.Titelverteidiger Argentinien ist nach den Siegen gegen Algerien (3:0) und Österreich (2:0) bereits als Spitzenreiter der Gruppe J für das Sechzehntelfinale qualifiziert. Messi hat im laufenden Turnier alle Tore für Argentinien erzielt. Gegen das bereits ausgeschiedene Jordanien sollen nun weitere Spieler Erfolgserlebnisse sammeln. „Die Spieler, die morgen auf dem Platz stehen, spielen, weil sie es sich verdient haben. Sie sind Teil dieser Mannschaft. Dass wir heute hier stehen, ist auch ihr Verdienst“, sagte Scaloni: „Sie geben jeden Tag alles. Selbst wenn sie einmal nicht spielen, sind sie die Ersten, die auf dem Trainingsplatz stehen. Natürlich würde ich jedem gerne Einsatzminuten geben. Wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt, dann tue ich das.“ (dpa)Florian ErbeKolumbiens Trainer Nestor Lorenzo hat bei der Fußball-WM seine Hochachtung für Bayern Münchens Bundesliga-Spieler Luis Díaz formuliert. Bei der Pressekonferenz zum letzten Gruppenspiel gegen Portugal in Miami (Sonntag, 1.30 Uhr, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei Magenta TV) sagte er: „Lucho Díaz ist für Kolumbien bereits eine Führungspersönlichkeit – nicht nur durch seine Spielweise, sondern auch durch seinen Charakter, seine Bescheidenheit, seinen Einsatz und seine Vorbildfunktion.“Der deutsche Meister hatte den 29 Jahre alten Díaz vor einem Jahr für rund 70 Millionen Euro vom FC Liverpool verpflichtet. Auch darin sieht Kolumbiens Trainer eine Vorbildfunktion seines Stars: „Spieler zu Topclubs zu bringen, ist eines unserer Ziele“, sagte Lorenzo. „Hoffentlich katapultiert diese WM viele Spieler in die Weltspitze und hilft uns, das Niveau anderer Nationalmannschaften zu erreichen.“Ein Beispiel dafür sei der Außenverteidiger Daniel Muñoz, der mit Crystal Palace die europäische Conference League gewann und bei dieser Weltmeisterschaft bereits zwei Tore erzielte: „Er ist ein moderner Außenverteidiger, ganz nach dem Vorbild der Weltbesten. Gott sei Dank spielt er für Kolumbien“, sagte sein Trainer. (dpa)Florian ErbeTeamchef Ralf Rangnick will vor dem entscheidenden Gruppenduell seiner Österreicher mit Algerien nichts von der „Schande von Gijón“ wissen. Als die Partie 1982 stattgefunden habe, „war noch kein Spieler der beiden Mannschaften auf der Welt“, betonte der deutsche Trainer. Er selbst sei 24 Jahre alt gewesen und als Spieler gerade zum SSV Ulm gewechselt – „das zeigt, wie lange das her ist und das es mit dem Spiel morgen sicherlich nichts zu tun haben wird.“Damals hatte Deutschland nach einer 1:2-Auftaktpleite gegen Algerien einen Sieg zum Weiterkommen benötigt, Österreich hatte eine knappe Niederlage gereicht, um die punktgleichen Nordafrikaner aus dem Turnier zu werfen. Nach dem frühen 1:0 durch Horst Hrubesch hatten beide Mannschaften nach und nach ihre Offensivbemühungen eingestellt.Österreich und Algerien treffen am Sonntag (4.00 Uhr MESZ, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV) in der Gruppe J im Kampf um den zweiten Platz hinter Argentinien aufeinander. Da es die letzte Partie in der Gruppenphase ist, werden beide Teams ihre genaue Ausgangslage zu diesem Zeitpunkt kennen. Österreich reicht für Rang zwei ein Unentschieden, es würde in diesem Fall wohl ein K.o.-Runden-Duell mit Spanien drohen. Der Europameister kann am Samstag (2.00 Uhr MESZ) gegen Uruguay den Gruppensieg perfekt machen.Auf bestimmte Ergebnisse spekuliert im ÖFB-Team aber niemand. Ein Remis würde wohl beiden Mannschaften zum Weiterkommen reichen, aber man werde „die Mannschaft sicher nicht ins Rennen schicken, um unentschieden zu spielen“, sagte Rangnick. „Wir wollen gewinnen“, betonte auch Bayern-Profi Konrad Laimer. (sid)Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Liveblog zur Fußball-WM 2026: Lahm fordert Versetzung von Kimmich ins Mittelfeld | FAZ
Debatte um DFB-Kapitän nimmt Fahrt auf +++ Sportdirektor Völler vor Paraguay „völlig relaxt“ +++ Angebliche Unruhe um Uruguay-Trainer +++ alle Fußball-WM-2026-News im Liveblog.










