Ihr Weg sei Unverschämtheit, über Grenzen gehen. „Ich wollte Sachen immer von innen wissen, reinkriechen, begreifen, was dahinter ist.“ So beschreibt sich Gabriele Stötzer in ihrer „Lokalbestimmung“, einem Text von 1977. Man liest es am Entree zur Ausstellung „Dabei sein und nicht schweigen“ im Berliner Gropius Bau. Es ist der Ort ihrer ersten großen „musealen“ Schau im vor 36 Jahren wieder vereinten Deutschland.
Die Filme, Fotos, Zeichnungen der aus Gotha stammenden Erfurterin entstanden in den späten 1970er- und 1980er-Jahren bis zum Mauerfall; die Zeit nach der U-Haft und dem Knast im berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck bei Stollberg, dereinst königlich-sächsisches Weiberzuchthaus.
Hungerstreik im Stasiknast
Stötzer war 1976 von der Pädagogischen Hochschule exmatrikuliert worden, weil sie sich mit einem Kommilitonen solidarisiert hatte, der Redefreiheit forderte. Und sie hatte den Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterschrieben. Prompt wurde sie verhaftet, verweigerte Nahrung, wurde zwangsernährt, wegen „Staatsverleugnung“ verurteilt und eingesperrt in dem burgähnlichen Kasten.
Gabriele Stötzer: „Die unbotmäßige Frau“, 2022 (Ausschnitt)








