Social Media kann süchtig machen – das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Das Problem: Die nie endenden Video-Feeds halten das Belohnungssystem dauerhaft aktiv. Aber auch bei Babys und Kleinkindern sollten die negativen Effekte nicht unterschätzt werden. Eine britische Studie, die als bislang umfassendste Auswertung weltweit verfügbarer Forschungsergebnisse gilt, warnt dringend vor langfristigen negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität.Anzeige
Krankhaftes Nutzungsverhalten nimmt zu
Im März 2026 wurde in den USA erstmals juristisch bestätigt, dass Plattformen wie Instagram und Youtube süchtig machen können. Im Fokus der Klage einer heute 20-jährigen Frau stand die Funktion des endlosen Scrollens, durch die sie täglich bis zu 16 Stunden auf Instagram verbracht habe. Sie habe daraufhin den Kontakt zu ihrer Familie verloren und Depressionen und Angstzustände entwickelt. Das Gericht gab der Klägerin recht und sprach ihr drei Millionen Dollar Schmerzensgeld zu. Die angeklagten Unternehmen Meta und Alphabet hätten bei der Gestaltung ihrer Plattformen fahrlässig gehandelt und Nutzer:innen nicht ausreichend vor den Risiken gewarnt.
Auch in Deutschland kommen Expert:innen zu einem besorgniserregenden Urteil. Die Psychiaterin Kerstin Paschke behandelt Kinder, die von sozialen Medien abhängig sind, und sieht das Problem ebenfalls im suchtfördernden Design. Das ununterbrochene Scrollen halte das Belohnungssystem dauerhaft aktiv. Kinder und Jugendliche seien besonders gefährdet, da das Belohnungssystem schon voll ausgebildet sei – anders als die für Kontrolle zuständigen Bereiche des Gehirns. Dabei trügen auch die Eltern eine Mitschuld. Oft dürften Kinder Medien solange nutzen, wie sie wollen. Auch deshalb setzen sich immer mehr Politiker:innen für ein Mindestalter von Social-Media-Apps ein.Anzeige













