Hierzulande weiß außerhalb des Wissenschaftsbetriebs kaum jemand davon: 2022 wurde in Livermore in den USA in einer Forschungseinrichtung Menschheitsgeschichte geschrieben. Im Lawrence Livermore National Laboratory schafften es Forscher erstmals, mehr Energie mit einer laserbasierten Kernfusion zu erzeugen, als sie hineinsteckten. Das veränderte die weltweite Forschungslandschaft umgehend. Denn damit rückt eine Nutzung zur Energiegewinnung in den Bereich des Machbaren und die Forschung an Fusionskraftwerken in den Fokus. Die Fusionsforschung gehört nun zu den sechs Schlüsseltechnologien, die auf der Hightech-Agenda Deutschlands stehen.
Hedi bündelt Forschung aus MV und Sachsen
Am 18. Juni wurde in Rostock immerhin deutsche Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Denn dort wurde nicht nur ein, sondern das deutsche Zentrum für Forschung zur laserbasierten Trägheitsfusion gegründet. Die High Energy Density Initiative (Hedi) – also die Initiative zur Erforschung der Hochenergiedichte – ist eine Kooperation von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Genauer gesagt des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des Instituts für Physik an der Universität Rostock.
Das HZDR betreibt internationale Spitzenforschung auf dem Gebiet der Lasertechnologie und der Erforschung von Materie unter extremen Bedingungen. Das Institut für Physik an der Uni Rostock hat sich seit Jahrzehnten einen Namen gemacht in der Grundlagenforschung der Plasmaphysik. „Wenn Professor Kraus ein Experiment macht, kommen Wissenschaftler aus der ganzen Welt, um zuzusehen – letztens waren 300 da“, schwärmt Rektorin Prof. Elizabeth Prommer. Hedi bündelt nun also das sächsische Laser-Know-how des HZDR mit der physikalischen Expertise der Universität Rostock.






