König Charles III. hat erstmals die Höhe der Steuerzahlungen auf seine Privateinkünfte bekannt gemacht und angegeben, im jüngsten Steuerjahr umgerechnet rund 15 Millionen Euro an den Fiskus abgeführt zu haben. Dem britischen Monarchen fließen jährlich die Einnahmen der Duchy of Lancaster zu, einer Vermögensverwaltung, die Grundstücke hält und Unternehmen führt. Eine Aufschlüsselung der Erträge stellte der Palast nicht zur Verfügung; es hieß lediglich, die Steuersumme des Königs setze sich aus Einkommen- und Kapitalertragsteuern zusammen.Die Erträge des weitaus umfassenderen „Kronbesitzes“, der nominell der Krone zugeordnet ist, ohne dass die Königsfamilie darauf Zugriff hätte, liegen jedoch weit höher: Sie betragen mehr als eine Milliarde Euro. Zu ihnen zählen Einkünfte aus Mieten und Pachten, aber auch aus den Windfarmen vor der britischen Küste. Diese Erlöse werden vom Staat vereinnahmt und gehen in den britischen Staatshaushalt ein.Die Zuwendung an den Souverän beträgt rund 150 Millionen EuroStattdessen steht dem Monarchen neben den privaten Einkünften eine staatliche Apanage zur Verfügung, welche die Kosten seiner offiziellen Amtsführung deckt. Diese „Zuwendung an den Souverän“ beträgt seit einigen Jahren umgerechnet rund 150 Millionen Euro jährlich, weil davon umfangreiche Sanierungsarbeiten an den königlichen Residenzen bestritten werden müssen. Allein die Grundinstandsetzung des Buckingham-Palastes, die im Jahr 2020 begonnen wurde und auf zehn Jahre angelegt ist, beansprucht eine mittlere dreistellige Millionensumme.Charles III. nutzte die Gelegenheit der Veröffentlichung seiner Steuersumme, um die Nachricht zu platzieren, dass er auch nach dem Ende der Palast-Sanierung nicht gewillt ist, dem Beispiel seiner Ahnen zu folgen und im „Buck House“ privat seine Wohnung zu nehmen. Stattdessen will er lieber weiter schräg gegenüber in Clarence House residieren, einem etwas versteckt gelegenen Palais nördlich der Paradestraße Mall. Dort war Charles einst schon als Kind zu Hause, später wurde Clarence House der Wohnsitz seiner Großmutter, der Königinmutter Elisabeth, seit mehr als 20 Jahren wohnt er wieder selbst dort.Auch Königin Elisabeth II. wohnte lieber in Clarence HouseCharles’ Vater, Prinz Philip, hatte das Palais, das im Zweiten Weltkrieg von der Luftwaffe bombardiert worden war, in der Nachkriegszeit als privaten Wohnsitz für seine Familie hergerichtet, und schon seine Frau, Königin Elisabeth II., hätte nach ihrer Krönung lieber weiter dort residiert, als der Konvention zu folgen und in den Buckingham-Palast umzuziehen.Bleibt dennoch „Hauptquartier des Monarchen“: Schon Königin Elisabeth II. verbrachte privat nicht gerne Zeit im Buckingham-Palast.ReutersEin Sprecher des königlichen Haushalts beeilte sich am Freitag mitzuteilen, das Palastgebäude werde selbstverständlich weiterhin „das Hauptquartier der Monarchie“ bleiben. Dort sind erstens die meisten Büros der Mitarbeiter des Monarchen untergebracht, zweitens werden die Repräsentationsräume weiterhin für Empfänge, Ordensverleihungen und Staatsbankette genutzt. Da der Palast auch Staatsgäste bei offiziellen Staatsbesuchen beherbergt, gilt als wahrscheinlich, dass bei solchen Gelegenheiten künftig auch die Gastgeber, also König Charles und Königin Camilla, dort übernachten werden; jedenfalls werden nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten weiterhin für sie private Gemächer zur Verfügung stehen.Der Stander weht weiter über dem Buckingham-PalastUnverändert bleibt auch die Konvention, dass der Stander des Königs über dem Palast weht, wenn der Monarch sich in der Londoner Residenz aufhält; weilt er in Windsor, in Sandringham in Norfolk oder im schottischen Balmoral flattert hingegen der Union Jack vom Fahnenmast über dem Palast.Übrigens hat auch Kronprinz William schon wissen lassen, dass für ihn dereinst der Buckingham-Palast kaum als Wohnsitz infrage komme. William tat es in dieser Woche seinem Vater gleich und ließ wissen, dass er auf die Einkünfte aus seinem Vermögensportfolio, der Duchy of Cornwall, umgerechnet rund acht Millionen Euro Steuern zahlte.
König Charles III.: Der Monarch will nicht in den Palast zurück
König Charles III. veröffentlicht seine Steuersumme und gibt erstmals zu, dass er nicht im Buckingham-Palast wohnen will. Damit bricht er mit einer fast 200 Jahre alten Tradition.











