Deutschland ächzt unter der Hitzewelle. Am Samstag erwartet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine „extreme Wärmebelastung“ – vor allem „im dicht bebauten Stadtgebiet von Berlin“. Für Sonntag prognostizieren die Meteorologen in der Lausitz Höchsttemperaturen bis zu 42 Grad. Sollte es tatsächlich so heiß werden, wäre damit der Hitzerekord für den Juni geknackt. Lesen Sie hier die Entwicklungen zur Hitzewelle in Deutschland im Newsblog. Newsblog vom Freitag (26. Juni 2026) 16:48 Uhr: Neuer Juni-Hitzerekord für Deutschland mit über 40 Grad erreicht In Deutschland sind erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in einem Juni mehr als 40 Grad Celsius gemessen worden. An einer Wetterstation in Saarbrücken wurden nach den vorläufigen Messungen am Freitag 40,9 Grad gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der bisherige Juni-Rekordwert lag bei 39,6 Grad. 16:09 Uhr: Deutscher Wetterdienst erwartet Rekordtemperaturen Der DWD-Meteorologe Oliver Reuter sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Es ist durchaus wahrscheinlich, dass man diese Hitzewelle am Ende als historisch bezeichnen kann.“ Er ergänzte: „Nicht nur, weil der bisherige deutsche Juni-Rekord vermutlich deutlich überboten wird, sondern auch, weil es in dieser Fläche und an drei aufeinanderfolgenden Tagen noch keine Spitzenwerte von über 40 oder gar 41 Grad in Deutschland gab.“Es ist durchaus wahrscheinlich, dass man diese Hitzewelle am Ende als historisch bezeichnen kann.Oliver Reuter, Deutscher WetterdienstEine DWD-Sprecherin ergänzte auf Anfrage des Tagesspiegels: „Wenn am Freitag oder Samstag die 40-Grad-Marke geknackt wird, dann wäre das ein neuer Juni-Rekord. Steigt die Temperatur über 41 Grad, könnte es sogar einen neuen Allzeitrekord geben.“ Später konkretisierte der Deutsche Wetterdienst, dass ein neuer Höchstwert wahrscheinlich am Freitag erwartet wird: „Der Juni-Rekord wird mit großer Sicherheit fallen.“ 15:45 Uhr: „Heat Dome“ sorgt für Rekordtemperaturen Meteorologen zufolge ist ein Hitzedom für die gefühlten Backofentemperaturen verantwortlich. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen, bei dem die Hitze wie unter einer riesigen Kuppel oft über mehrere Tage gefangen ist und nicht entweichen kann. Die Hitzewelle hält mindestens bis Sonntag an.Deutscher WetterdienstExperten vom Deutschen Wetterdienst bestätigten dem Tagesspiegel auf Anfrage, dass sich dieser sogenannte „Heat Dome“ aktuell von Westeuropa kommend in Richtung Mitteleuropa und Deutschland bewegen soll. „Der Hitzehöhepunkt ist auf dem Weg zu uns und erreicht uns voraussichtlich Freitag oder Samstag“, sagte eine DWD-Sprecherin.Demnach soll die Hitzewelle in Deutschland „mindestens bis Sonntag anhalten“, da aus Süden kommend weiterhin „heiße bis sehr heiße“ Luft nach Deutschland strömt. Doch die Heißwetterphase hat nicht nur Sonnenschein im Gepäck: Die DWD-Gefahrenkarte zeigt am Sonntag für ganz Deutschland „Gefahr für schwere Gewitter“ – auch am Samstag sieht die Behörde einzelne Hitzegewitter kommen, besonders in der Westhälfte. © Wetteronline, DWD I Tagesspiegel/Rita Boettcher 12:05 Uhr: Zahlreiche Veranstaltungen wegen Hitzewelle abgesagt In ganz Deutschland reagieren Veranstalter, Vereine und Kommunen auf die enorm hohen Temperaturen. Zahlreiche Open-Air-Events wurden abgesagt – etwa der für Sonntag geplante Halbmarathon in Hamburg, für den 24.000 Läuferinnen und Läufer angemeldet waren. „Es ist vermutlich die schwerste Entscheidung, die wir in der Geschichte dieser Veranstaltung treffen mussten“, hieß es auf der Homepage. Der Württembergische Fußballverband sagte derweil sämtliche Fußballspiele für das kommende Wochenende ab. Der Berliner Fußballverband strich unter anderem alle Begegnungen im Kinderfußball, außerdem alle Spiele, die keine Relevanz für Auf- oder Abstiege haben. Auch Schulen reagieren vielerorts und verkürzen den Unterricht oder geben komplett hitzefrei.Der Deutsche Tierschutzbund forderte aufgrund der Hitze einen befristeten Stopp von Tiertransporten, da diese für die Tiere „schnell zur Qual“ werden könnten und „mit erheblichen Tierschutzrisiken verbunden“ sind.In manchen Regionen gelten aufgrund von Wasserknappheit und Waldbrandgefahr Bewässerungs- und Grillverbote. So wurde wegen Trockenheit in Dresden ein Wasserentnahmeverbot verhängt, nach dem Eigentümer und Anlieger bis Oktober kein Wasser aus den „oberirdischen Gewässern“ der Stadt entnehmen dürfen. 11:23 Uhr: Hitzewelle wäre laut Forschern ohne Klimawandel 3,5 Grad kühler Die aktuelle Hitzewelle in West- und Mitteleuropa wäre in diesem Ausmaß ohne den Effekt des Klimawandels Forschern zufolge nahezu ausgeschlossen. Sowohl die aktuellen Tageshöchsttemperaturen als auch die Nachttemperaturen wären zu dieser Jahreszeit vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“, betonen die Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution – und auch zu anderen Jahreszeiten unwahrscheinlich.Eine Hitzewelle im damaligen Klima wäre rund 3,5 Grad weniger heiß gewesen, heißt es. Der Klimawandel sei der maßgebliche Treiber hinter den rekordverdächtigen aktuellen Temperaturen. In Kühlungsborn genießen zahlreiche Badegäste das hochsommerliche Wetter am Ostseestrand. © dpa/Jens Büttner Newsblog vom Donnerstag (25. Juni 2026) 12:01 Uhr: Wärmste Nacht seit Messbeginn verzeichnet Ein erster bundesweiter Rekord wurde bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geknackt: Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes fiel die Temperatur im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern nicht unter 26,2 Grad. Damit war es die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen. Bisheriger Rekordhalter war der Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz, wo die Temperatur am 25. Juli 2019 ebenfalls nicht unter 26,2 Grad gesunken war. Ab einer Mindesttemperatur von 20 Grad spricht der Wetterdienst von einer Tropennacht. Kinder spielen bei bei hochsommerlichen Temperaturen in einem Brunnen der Duisburger Innenstadt. © dpa/Christoph Reichwein 10:12 Uhr: Abkühlung erst nach dem Wochenende erwartet Dem Deutschen Wetterdienst zufolge sei eine „echte Linderung“ in puncto Hitze zumindest in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Eine leichte Abkühlung deutet sich demnach erst zu Beginn der kommenden Woche an – dann aber zunächst auch nur im Nordwesten des Landes. „Es wird noch schwül und heiß“, so die DWD-Experten, „aber die extreme Hitze ist dann komplett raus“. (mit Agenturen)