PfadnavigationHomePolitikDeutschlandUmgang mit AfDHistoriker Rödder warnt Union vor „massiver Abspaltung nach links“Stand: 15:25 UhrLesedauer: 3 MinutenEs sind verheerende Umfragewerte für die Union: In der neuesten YouGov-Umfrage kommen CDU/CSU nur noch auf 20 Prozent und verlieren damit zwei Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Umfrage Mitte Mai.CDU-Vordenker Andreas Rödder fordert eine Grundsatzentscheidung im Umgang mit der AfD. Entweder müsse ein Verbotsverfahren konsequent verfolgt werden – oder die übrigen Parteien müssten ihr Verhältnis zur AfD neu definieren.Der deutsche Historiker und CDU-Vordenker Andreas Rödder hat eine Richtungsentscheidung im Umgang mit der AfD gefordert. Im Gespräch mit „Bild“-Vize-Chefredakteur Paul Ronzheimer wirft Rödder anderen Parteien „unredliches“ Verhalten vor und plädiert dafür, entweder ein Verbotsverfahren einzuleiten oder das Verhältnis zur AfD grundlegend zu verändern.Im Podcast „Ronzheimer“ sagte Rödder, der einst die Grundwertekommission der CDU leitete: „Wir müssen in der Öffentlichkeit das Verhältnis zur AfD klären.“ Er halte es „für völlig falsch, was wir tun – auch für unredlich, dass wir immer so tun, als müsste es ja eigentlich schon verboten sein, aber man scheut dann das Verbotsverfahren“.Den aktuellen Zustand bezeichnete Rödder als „unlauteren politischen Trick“ und fügte hinzu: „Man hält die Spannung möglichst hoch, aber man scheut den Schritt, von dem man am Ende befürchtet, dass er eben doch nicht funktioniert.“Lesen Sie auchZum oft vorgebrachten Einwand, dass ein Parteienverbot mehrere Jahre dauern könnte, sagte der Historiker: „Dann soll man das Bundesverfassungsgericht mit zusätzlichen Personalmitteln ausstatten und sagen: ‚Wir machen das jetzt, wir ziehen das jetzt durch.‘“ Nur „so zu tun, als wäre sie (die AfD, d. Red.) eigentlich verboten, aber das Verbotsverfahren zu scheuen – das ist unredlich“.„Ich wäre dafür, das Verhältnis zu klären“, sagte Rödder. „Entweder verbietet man sie dann. Oder man verbietet sie nicht – und sagt dann aber: So, Freunde, aber dann müssen wir auch anders mit denen umgehen.“Schwere Zeiten angesichts der OstwahlenFür die CDU sagte Rödder, der die konservative Denkfabrik „Republik 21“ leitet und dem Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung angehört, im Zuge der Ostwahlen schwere Zeiten voraus. Verfehlt die AfD die absolute Mehrheit im Landtag von Sachsen-Anhalt, dann müssten die Christdemokraten entweder eine Allparteien-Koalition mit der Linkspartei eingehen oder eine Minderheitsregierung bilden, die auch von Stimmen der AfD abhängig sein könnte.Rödder erklärte weiter: „Die Allparteien-Regierung gegen die AfD würde die Erosion der CDU nach rechts fortsetzen.“ Wenn sie aber eine CDU-geführte Minderheitsregierung bilde, die auch auf die Stimmen der AfD zurückgreifen müsse, drohe der Union „eine massive Abspaltung nach links“. Das Problem sei, „dass sie sich in diese Situation manövriert hat, weil man die Situation nicht strategisch adressiert hat“, argumentierte er. Dies sei mittlerweile zu einem „Riesenproblem“ für die Union geworden: „Sie steckt da in einem echten Dilemma.“Lesen Sie auchDas Axel Springer Global Reporters Network ist eine markenübergreifende Initiative, die Scoops, investigative Recherchen, Interviews, Meinungsstücke und Analysen globaler Relevanz veröffentlicht. Journalisten aller Axel-Springer-Marken – darunter POLITICO, Business Insider, WELT, BILD, Onet und Fakt – kooperieren bei großen Geschichten für ein internationales Publikum. Die Berichterstattung erstreckt sich über alle Plattformen von Axel Springer: online, print, TV und Audio. Zusammen erreichen diese Veröffentlichungen Hunderte Millionen Menschen weltweit.krö