Der Wochenmarkt auf der Konstablerwache in Frankfurt zieht vorübergehend um. Im Monat Juli finden Kunden die Händler an der Hauptwache und auf dem Roßmarkt. Auf der Konstablerwoche wird während dieser Zeit ein Kunstwerk aufgebaut, ein riesiges beleuchtetes Gewebe soll über den Platz gehängt werden. Anfang August sollen die Händler wieder zurückkehren.Der vorübergehende Umzug hatte erhebliche Diskussionen unter den Händlern ausgelöst, einige zeigten sich verärgert. Man habe jedoch in Gesprächen mit der Stadt einen gemeinsamen Weg gefunden, sagt Thomas Wolff, Vorstandsmitglied des Frankfurter Marktvereins. Wichtig sei, dass während der drei Jahre, in denen das Kunstwerk über dem Platz hänge, dort alle Stände aufgebaut werden könnten. Im Juli, wenn sie verlagert würden, sei allerdings mit Umsatzrückgängen von mindestens 30 Prozent zu rechnen. Wolff ist Geschäftsführer des Unternehmens Querbeet aus Reichelsheim, das selbst mit einem Obst- und Gemüsestand auf dem Wochenmarkt vertreten ist.Er hoffe, dass nach der Fertigstellung des Kunstwerks die Besucherfrequenz auf dem Markt steige, sagte Wolff, weil Frankfurter und Touristen das Kunstwerk sehen wollten. Der Erzeugermarkt sei schließlich ein Aushängeschild der Stadt. Nach Angaben der Verwaltung wird den Händlern während der Zeit, in der sie an die Hauptwache und auf den Roßmarkt ausweichen, die Standmiete erlassen. Am 1. August werde der Markt zurückkehren.„Mutig, kreativ und inspirierend“Der Wochenmarkt auf der Konstablerwache besteht seit 1989. Zunächst boten die Händler dort nur samstags ihre Waren an, 2005 kam als zweiter Termin der Donnerstag hinzu. An zahlreichen Ständen werden Getränke ausgeschenkt und Speisen angeboten.Das Kunstwerk nennt sich „A Sky Full of Hope“ und wird als Teil des Programms der „World Design Capital“ aufgebaut. Die amerikanische Künstlerin Janet Echelman plant nach den Worten der Stadtverwaltung „die poetische Transformation der Konstablerwache“.Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) äußerte: „Frankfurt erhält damit ein beeindruckendes und gleichzeitig leicht und beschwingt daherkommendes Kunstwerk im öffentlichen Raum – und das auf einem Platz, der nicht als der schönste in der Stadt gilt.“ Die Skulptur sei „mutig, kreativ und inspirierend“, sie werde die Stadt „drei Jahre lang begleiten“. Wirtschaftsdezernentin Stefanie Wüst (FDP) fügte hinzu, das Kunstwerk „verbindet Kunst, Design und Stadtraum auf einzigartige Weise“. Das Projekt kostet zwei Millionen Euro.Das Kunstwerk wird eine Höhe von 17 Metern haben. Es müssen vier Stahlpylone an den Ecken des Plateaus der Konstablerwache aufgestellt werden. Baubeginn ist am Montag. Die Montage der Netzskulptur ist für Ende Juli geplant, die Beleuchtung soll erst nach der Rückkehr der Händler Anfang August getestet werden. Die offizielle Eröffnung ist für den 11. August vorgesehen.„An diesem Abend wird die Konstablerwache für die Bürgerinnen und Bürger auf völlig neue Art und Weise erlebbar: Die steinerne Fläche verwandelt sich dann in eine urbane, illuminierte Freiluft-Inszenierung“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. „In gemütlichen Clustern angeordnete Liegestühle laden das Publikum ein, sich zurückzulehnen und den Blick nach oben in das leuchtende ,Dach‘ des Platzes zu richten.“ Von „Polarlichtern am Frankfurter Nachthimmel“ ist die Rede.
Frankfurt: Wochenmarkt an der Konstablerwache muss umziehen
Über der Konstablerwache wird ein riesiges Kunstwerk installiert. Dafür muss der Wochenmarkt für einen Monat weichen.







