Der Landtagsabgeordnete Thomas Diener will sich der AfD anschließen. Bis vor wenigen Wochen war er noch Mitglied der CDU-Fraktion im Parlament von Mecklenburg-Vorpommern. Er strebe eine Mitgliedschaft in Partei und Landtagsfraktion der AfD an, sagte er dem SPIEGEL.

Zuvor hatten »Ostsee-Zeitung « und »Nordkurier « über den möglichen Wechsel berichtet. Am 1. Juli wird die AfD-Fraktion darüber beraten. Laut den Berichten rechnet AfD-Fraktionschef Enrico Schult mit Zustimmung seiner Fraktion zu einer Aufnahme Dieners. »Das ist fachlich und menschlich eine große Bereicherung für uns«.Ein CDU-Sprecher teilte mit, Diener sei noch nicht aus der Partei ausgetreten. Er werde das aber tun, sagte Diener.

Bereits Ende Mai hatte Diener die CDU-Fraktion verlassen, seine Austrittserklärung liegt dem SPIEGEL vor. Darin führt er eine »inhaltliche und strategische Entfremdung« an. Der ländliche Raum werde durch die aktuelle Politik kaum noch repräsentiert. Außerdem wirft er seiner Partei darin vor, in seiner Arbeit behindert und als Person isoliert zu werden.

»In grün-links verwandelt«CDU-Generalsekretärin Katy Hoffmeister sagte dem SPIEGEL, Dieners Handeln erkläre sich »einzig und allein« damit, dass er gern einen »besseren Listenplatz bekommen hätte«. Diener sollte für die nahende Landtagswahl auf Platz 14, zog seine Kandidatur aber zurück. Hoffmeister sagte, Diener wolle sich »an der CDU rächen«. Kritik am Kurs äußere er erst seit Januar.