Am Wochenende werden in Berlin, in Brandenburg, in ganz Deutschland Temperaturen um die 40 Grad erwartet. Und trotzdem kann man die Frage stellen, ob das nicht der kälteste Sommer für den Rest unseres Lebens ist. So hat es der Nachrichtensprecher Christian Sievers im Sommer 2022 im ZDF formuliert. „Es kann sein, dass dies der kälteste Sommer ist für den Rest unseres Lebens“, sagte er. Und er könnte es heute wieder tun.
Wir trösten uns mit dem Blick auf die nächste Woche. Am Montag sollen es „nur“ noch 29 Grad werden. Im Wochenverlauf sinken die Temperaturen weiter. Aber der Sommer ist ja erst am Anfang. Wer weiß, wie es weitergeht. Denn es handelt sich nicht um einen Ausreißer nach oben, um ein paar schwer erträgliche Sommertage, nach denen dann wieder alles im normalen Bereich ist. Es geht um eine Entwicklung, und die besagt, dass Europa der Kontinent ist, der sich am stärksten erwärmt, dass Perioden mit extremer Hitze häufiger werden. Denn während sich die Erde insgesamt um rund 1,4 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau erwärmt hat, liegt Europa bereits bei etwa 2,4 Grad über dem Wert von 1850 bis 1900. Das, was uns jetzt als Ausnahmezustand erscheint, wird häufiger kommen.
Das hier ist nicht mehr die Ausnahme, die die Regel bestätigt, sondern das ist die Regel selbst. Es ist wie die Berliner Band Zweiraumwohnung vor ein paar Jahren gesungen hat: „36 Grad, und es wird noch heißer“. Das Wetter radikalisiert sich. „36 Grad, kein Ventilator“. In Paris sind diese Geräte jedenfalls ausverkauft. Aber nicht nur dort: Die Dame, die im Bauhaus am Hermannplatz in Neukölln ans Telefon geht, meldet sich mit dem Satz: „Das Bauhaus ohne Ventilatoren und Klimageräte.“














